Begriffe des Chaos - Chaos der Begriffe
Selbst- und Weltwahrnehmungen der Muslime

 

Jede Art der inhaltlichen Auseinandersetzung setzt die Frage voraus, weshalb wir bestimmten Themen überhaupt eine Relevanz zuschreiben. Damit zusammenhängend stellt sich zudem die Frage, wie wir uns auf Themen beziehen und in welcher Form wir sie erörtern. Anstatt also gegenwärtig in der Öffentlichkeit debattierte Themen direkt aufzugreifen, sollen hier Antworten auf folgende zwei Fragen gesucht werden: Was sind die Quellen unserer Fragen, und wie suchen wir nach Antworten?

 

Unmittelbarer Gegenstand dieses Symposiums sollen daher nicht etwa „Islam und Demokratie“ oder „Frauenrechte im Islam“ sein, sondern vielmehr die Fragen, weshalb diese Konzepte überhaupt in Relation zueinander gesetzt werden, und warum uns ihre Gegenüberstellung als Problem erscheint. Die Beispiele ließen sich sicherlich erweitern auf Begriffe wie Universalität, Fortschritt, Zivilgesellschaft, Menschenrechte, Gleichheit, Politik etc.

 

Ziel des Symposiums soll es daher sein, Begriffe und Konzepte hinsichtlich ihrer Entstehung und ihrer Reproduktion innerhalb der islamischen Diskurse zu durchleuchten. Auf diese Weise soll nicht nur die Korrelation der genannten Begriffe mit dem Islam problematisiert werden, sondern in gleichem Maße auch die daraus resultierende Suche nach Antworten im „wahren Islam“.

 

Oft wird die Zeit, in der wir – d.h. Muslime und Nicht‐Muslime – heute leben, mit Merkmalen wie Komplexität, Kontingenz, Konfusion, Chaos und Krise charakterisiert. Diese Merkmale wiederum schlagen sich nieder in den Begriffen und Konzepten, mit denen wir hantieren, die uns zugleich jedoch mit einer Orientierung bietenden Ideenwelt ausstatten — genauer gesagt, sie uns aufzwingen. Der Fokus auf die oben skizzierten Fragestellungen sowie die Bestimmung der historischen, kulturellen, sozialen und politischen Faktoren, die bisher die Wahrnehmung von Muslimen geprägt haben, werden uns hoffentlich befähigen, soweit es der begrenzte Rahmen eines Symposiums zulässt, die theoretischen wie praktischen Wahrnehmungsmuster der im modernen Zeitalter lebenden Muslime ein Stück weit zu dekonstruieren.

 

 

 

 

10:00 Eröffnung des Symposiums & Begrüßung

 

1. Sitzung
Das Überschreiten begrifflicher Grenzen und die Probleme des Übersetzens

 

 

10:10 Eröffnung der Sitzung

10:15 Vortrag: Associate Prof. Syed Farid Alatas (National University of Singapore, Singapur)

10:45 Kommentar: Dr. S. Parvez Manzoor (Muslim World Book Review, Schweden)

11:00 Offene Diskussionsrunde

 

11:30 Kaffeepause

 

2. Sitzung
Die Politik des Islams oder der Islam der Politik?

 

11:40 Eröffnung der Sitzung
11:45 Vortrag: Dr. Amr G. E. Sabet (Universität Helsinki, Finnland)
12:15 Kommentar: Prof. Dr. Ahmet Çiğdem (Gazi‐Universität Ankara, Türkei)
12:30 Offene Diskussionsrunde


13:00 Mittagspause

 

3. Sitzung
Debatten über den Islam in der Öffentlichkeit und ihre Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung der Muslime

 

14:30 Eröffnung der Sitzung

14:35 Vortrag: Prof. Dr. Stefano Allievi (Universität Padua, Italien)

15:05 Kommentar: Doç. Dr. Kadir Canatan (Universität Balıkesir, Türkei)

15:20 Offene Diskussionsrunde

 

15:50 Kaffeepause


4. Sitzung
Der Begriff „Euro‐Islam“ vor dem Hintergrund innerislamischer Differenzierungen

 

16:00 Eröffnung der Sitzung

16:05 Vortrag: Dr. Salman Sayyid (Universität Leeds, England)

16:35 Kommentar: Dr. Jörn Thielmann (Universität Mainz)

16:50 Offene Diskussionsrunde

 

17:20 Kaffee‐ und Gebetspause


5. Sitzung
Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş als Reflektionsfläche

 

17:50 Eröffnung der Sitzung

17:55 Vortrag: Oğuz Üçüncü (Islamische Gemeinschaft Milli Görüş)

18:25 Kommentar: Massoud Shadjareh (Islamic Human Rights Commission, England)

18:40 Offene Diskussionsrunde

 

19:10 Ende der Veranstaltung


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