Dienstag 19. Mai 2009

International
VII. Eurasisch-Islamischer Gipfel in Istanbul

Über hundert muslimische Gelehrte aus 42 Ländern und Organisationen kamen anlässlich des diesjährigen Eurasisch-Islamischen Gipfels, der sogenannten Schura, am 15. Mai in Istanbul zusammen. Sie kritisierten alle Formen der Gewalt - darunter insbesondere den Terrorismus und die Islamophobie.

Bei dem siebten Treffen der Mitgliedsländer des Eurasisch-Islamischen Gipfels wurden die bisherigen Arbeiten dargelegt, künftige Organisationsstrukturen festgelegt und auf aktuelle Probleme der Muslime, insbesondere in den Bereichen Edition und  Neudefinition sowie Synchronisation des theologischen Wissens in den Mitgliedsländern, hingewiesen.

 

Präsident des Amtes für Religiöse Angelegenheiten der Türkei und ständiges Mitglied des Eurasisch-Islamischen-Gipfels, Prof. Dr. Ali Bardakoğlu, der die Tagung eröffnete, unterstrich die Bedeutung des Gipfels, die der gemeinsamen Beratung der Mitgliedsländer diene.
 
„Die  Einstellung und Kapazität der religiösen Abteilungen auf eurasischem Boden über die Quellen des theologischen Wissens“, „Das beständige theologische Wissen und ihre Qualität in eurasischen Ländern“, „Die Neuschöpfung und Revision des theologischen Wissens auf eurasischem Boden“ sowie „Eurasische Einrichtungen zur Herstellung von theologischem Wissen“ bildeten die Hauptthemen des Gipfels. Im Anschluss der Tagung wurde eine gemeinsame Stellungnahme verlesen. Darin wurden die Mitgliedstaaten des Gipfels aufgerufen, ihren Bürgern eine bessere theologische Bildung zu ermöglichen.

Laut der Erklärung gehören Frieden, Respekt und Toleranz zu den essentiellen Notwendigkeiten des Islams. Islamophobie und Diskriminierungen seien hingegen eines der größten Hindernisse für eine friedliche Zukunft der Menschheit.  Ferner beschloss der Rat die Erschließung von historisch fundiertem islamisch-theologischem Wissen, um damit die Stärkung und Sensibilisierung der muslimischen Identität zu fördern.
Zufriedenstellend seien an dieser Stelle die seit der Entstehung des Rates vorangetriebenen Arbeiten, müssten jedoch weiterverfolgt und der Zeit angepasst werden.

Darüber hinaus beschloss der Rat die Übersetzung von Büchern von eurasisch-muslimischen Gelehrten in verschiedene Sprachen. Dadurch soll das theologische Wissen in den Lehr- und Lernbereichen in verschiedenen Ländern angeglichen werden. Zudem werde eine dem Zeitgeist entsprechende Aufarbeitung von historisch belegbaren Quellen angestrebt.


Insbesondere strebe der Rat die Gründung eines sogenannten „Eurasischen Islam-Forschungsgremiums“, das als Koordinationszentrum für künftige wissenschaftliche Arbeiten dienen soll. Innerhalb dieses Gremiums soll das religiöse, kulturelle und historische Erbgut der eurasischen Länder  im Querschnitt der verschiedenen Disziplinen stärker wahrgenommen werden.

Aus diesem Grund empfiehlt der Rat die Zusammenarbeit zwischen den religiösen Einrichtungen und den theologischen Lehrstühlen und Forschungsinstituten in den Mitgliedsländern. Dies könne unter anderem durch die Angleichung von Materialien und Lehrplänen des Religionsunterrichts in den unterschiedlichen Mitgliedsländern gewährleistet werden.

Ferner wurde allen Bibliotheken dieser Länder empfohlen, interkommunikativ zu arbeiten. Hierzu seien die Erstellung eines gemeinsamen Katalogs sowie die Übersetzung und die Neuauflage von wichtigen theologischen Werken notwendig.

Das Gremium muslimischer Gelehrten will sich künftig stärker darum bemühen Fehler, die insbesondere bei Übersetzungen des heiligen Koran entstehen können, zu verhindern. Anlass dazu waren schwerwiegende Fehler in einigen Koranübersetzungen, die in einzelnen Mitgliedsstaaten aufgrund von Sprachvarietäten entstanden sein sollen.


Des Weiteren entschied der Rat die Synchronisation der religiösen Kalender in Eurasien, so dass die muslimischen Feiertage an gleichen Tagen begangen werden können. Eine Kommission unter der Führung vom Präsident des Amtes für Religiöse Angelegenheiten, Prof. Dr. Bardakoğlu, soll die notwendigen Schritte hierzu einleiten, hieß es in der abschließenden Stellungnahme des Eurasisch-Islamischen Gipfels.


An der viertägigen Tagung nahmen neben dem Großmufti von St.Petersburg, Cafer Panceyev, der Großmufti der Kirim-Muslime, Emirali Ablayev, der Großmufti von Belarus, Ebu Bekir Sabanovic, der Großmufti von Bosnien und Herzegowina, Mustafa Ceric, der Großmufti von Trakien-Gümülcine, Ibrahim Şerif, sowie der Dekan der Religionswissenschaftabteilung der Universität von Kosovo, Recep Boja, und der Leiter der religiösen Anstalt von Nahcivan, Idris Abbasov, teil. (ab)


Camia - Ausgabe 17

Perspektif Mai 2013

Sabah Ülkesi April 2013

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