Der Vorschlag des italienischen Staatssekretärs, Adolfo Urso, den Kindern und Jugendlichen muslimischer Herkunft islamischen Religionsunterricht anzubieten, führte in Italien zu kontroversen Meinungen. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Angelo Bagnasco, lehnte den Vorschlag Ursos ab, da der Islam kein Teil der italienischen Kultur sei.
Die Einführung des islamischen Religionsunterrichts könne muslimische Eltern davon abbringen, ihre Kinder in Koranschulen zu schicken, begründete der italienische Staatssekretär Urso seinen Vorschlag. In erster Linie gehe es darum, den Fundamentalismus zu bekämpfen, und nicht den Islam.
Diesem Vorschlag widersprach unter anderem der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Angelo Bagnasco. Der Islam sei kein Teil der italienischen Kultur, daher könne auch von keinem islamischen Religionsunterricht geredet werden, sagte Bagnasco in einem Interview. Der Islam sei nicht zu vergleichen mit dem katholischen Christentum in Italien. Das Christentum sei ein „Teil der Geschichte und Kultur Italiens.“ Entsprechend den Erwartungen schlug auch der italienische Innenminister, Roberto Maroni, von der rechtspopulistischen Partei Lega Nord die Idee aus. Islamunterricht an öffentlichen Schulen diene nicht der Integration. „Imame interpretieren frei nach dem Koran, es gibt keine klare Botschaft und Lehre“, behauptete Maroni. Katholischer Religionsunterricht hingegen repräsentiere eine Kirche mit klarer Hierarchie und Werten.
Auf der anderen Seite befürworteten die Kurien-Kardinäle Renato Martino und Georges Cottier einen islamischen Religionsunterricht an italienischen Schulen. Der Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele Martino, sagte überdies, dass auch Muslime in Italien Anspruch auf Religionsunterricht hätten, welcher jedoch unter staatlicher Aufsicht gegeben werden müsse.
In Italien leben schätzungsweise rund 1,2 Millionen Muslime. 185 000 davon sind Kinder und Jugendliche im Schulalter. (ab)
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