Dienstag 17. November 2009

International, Deutschland, Gesellschaft, Migration, Bildung
Studie: Jeder zweite Europäer hat Vorurteile gegenüber Migranten

In vielen Ländern Europas sind Vorurteile gegenüber Migranten weit verbreitet. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung hervor. Neben Migranten sind zudem Vorurteile gegenüber Muslimen, Juden, Frauen und Homosexuellen vorhanden. Dies geht aus der „Studie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa“ hervor.

Für die Studie wurden jeweils 1000 Menschen in acht EU-Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Polen und Ungarn befragt. So befürworten etwa 50,4 Prozent der Europäer, "dass es zu viele Einwanderer in ihrem Land gibt", 54,4 Prozent halten den Islam für eine Religion der Intoleranz.

 

Am stärksten verbreitet sei Menschenfeindlichkeit in den osteuropäischen Ländern. Am niedrigsten sei es hingegen in den Niederlanden. Deutschland liegt nach den Ergebnissen in allen Kategorien im Mittelfeld.

 

In der Frage um Antisemitismus liegen Polen und Ungarn besonders vorn, in Großbritannien eher nicht. In den Niederlanden würden viele nicht in ein Wohnviertel ziehen, in dem viele Migranten leben; in Polen sind 27,1 Prozent der Meinung, dass es zu viele Einwanderer im Land gibt; in Italien sind es 62,4 Prozent.

 

Islamfeindlichkeit ist jedoch in allen Ländern gleich verbreitet: 55 Prozent aller Befragten halten den Islam für eine intolerante Religion, und 31 Prozent glauben sogar, dass Muslime Terrorismus als Heldentat ansehen. Auch die Tendenz zum Rassismus liegt hoch. So glaubt ein Drittel der Befragten, dass es eine „natürliche Hierarchie zwischen schwarzen und weißen Menschen gibt.“

 

Mangel an Bildung sei die entscheidende Ursache für derartige Einstellungen, die nur mit gut ausgestatteten Bildungseinrichtungen sowie Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrpersonal bekämpft werden können, sagte Forschungsleiter Andreas Zick. Für den Abbau von Vorurteilen sei daher der „positive Kontakt“ mit anderen Gruppen sehr wichtig, erklärte Zick und appellierte an Politiker, mehr Programme zum Austausch und der Kooperation zu fördern. Denn die Studie belegt, dass in sechs von acht Ländern der persönliche Kontakt von Menschen beispielsweise zu Migranten, Juden oder Homosexuellen zu einem Abbau von Vorurteilen geführt hat.

 

Anlässlich der Ergebnisse der Studie sprach der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir von einer "dramatischen Situation". „Gerade weil niemand als Demokrat geboren wird“, müsse in den Bildungseinrichtungen mehr Wert auf „eine aktive Erziehung zur Demokratie“ gelegt werden, so Özdemir. (ab) 


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