Nach der vermeintlichen US-Befreiungsaktion der Afghanen von der Taliban-Herrschaft stehen die Afghanen vor einer neuen Krise - dem Drogenhandel
Nach der vermeintlichen US-Befreiungsaktion der Afghanen von der Taliban-Herrschaft stehen die Afghanen vor einer neuen Krise - dem Drogenhandel.
Für Aufregung sorgte die Bilanz über den Mohnanbau in Afghanistan, die die US-Außenministerin Condolezza Rice dem Kongress vorstellte. Der Bilanz ist die Verdreifachung der Fläche für den Anbau von Mohn im Jahr 2004 zu entnehmen. Gegenüber dem Vorjahr betrage die Fläche nun über 200.000 Hektar. Damit zeichne sich Afghanistan als zweitgrößter Drogenlieferant weltweit aus. Dem Drogenbericht der Vereinigten Staaten zufolge sei der in Afghanistan vorherrschende Zustand eine „enorme Bedrohung für die globale Stabilität.“ Die überbordende Opiumproduktion werde von Nordeuropa über Kosovo in die EU-Länder geschmuggelt.
Nach Angaben des Drogenberichts hätten die Bauern kaum Alternativmöglichkeiten zum Opiumanbau. Dadurch sei der Anstieg zu erklären. „Dies ist Folge des langwierigen Krieges“, heißt es in dem Bericht. Die „verheerende Sicherheitslage“ in Afghanistan dauere immer noch an. Aufgrund der verheerenden Wirtschafts- und Sicherheitslage könne „die zerbrechliche Nation leicht wieder ins Chaos zurückfallen“, so die Vereinten Nationen.
Dem amtierenden Regierungschef, Hamid Karsai, wird vonseiten der US-Administration vorgeworfen, „im Kampf gegen den Drogenhandel“ versagt zu haben. Was die internationalen Besatzungstruppen gegen den Drogenanbau unternehmen werden, ist noch ungewiss. Ein massives Vorgehen aber könne zur Destabilisierung des US-gestützten Regimes führen. (sb)
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