Die letzten Tage des Monats Februar sind für die Zeitgeschichte der Türkei von besonderer Bedeutung: Am 28 Februar (1997) fand der sogenannte postmoderne Putsch statt, am 27. Februar (2011) verstarb Prof. Dr. Necmettin Erbakan, gegen dessen Einfluss sich der Putsch gerichtet hatte.
Mit dem Putsch ging ein Prozess der Polarisierung sowie eine staatliche Kontrolle ungeahnten Ausmaßes einher. Necmettin Erbakan war nicht nur ein Akteur innerhalb dieser Entwicklung, sondern sicherlich auch einer der Opfer.
Seine Bedeutung für die Geschichte der Türkei spiegelte sich nicht zuletzt in seiner Beisetzung wieder, die von Millionen Menschen begleitet wurde. Erbakan war nicht nur der Begründer der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Strömung in der Türkei. Er war auch derjenige, der den Muslimen den Weg in den öffentlichen Raum ebnete. Es war aber auch Erbakan, der immer wieder sagte: „Der klügste Mensch ist, wer sich am meisten vor Allah fürchtet.“ In diesem Sinne war er ein Beispiel, der seine Gebete mit Bedacht verrichtete, bescheiden blieb und nachsichtig handelte.
Entgegen den Behauptungen, die Folgen des 28. Februars würden tausend Jahre währen, nehmen wir diesen Jahrestag zum Anlass, um Necmettin Erbakans zu gedenken und seine Bemühungen für Freiheitlichkeit und gegen Despotie in Ehren zu halten.
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