Montag 02. Juli 2012

Presseerklärungen
Jubiläumsfeier zu „100 Jahre Islamgesetz in Österreich“ zeigt Wertschätzung

„Ich begrüße die Wertschätzung für die Muslime auf höchster staatlicher Ebene und danke dem österreichischen Bundespräsidenten Herrn Dr. Fischer sowie der Bundesregierung, dass sie sowohl die Muslime, als auch den Islam als Teil Österreichs willkommen heißen,“ so der Vorsitzende der IGMG, Kemal Ergün anlässlich seines Besuchs der Jubiläumsfeier „100 Jahre Islamgesetz in Österreich“ am Samstag (30. Juni 2012) im Wiener Rathaus. Ergün weiter:

„Dem Islamgesetz von 1912 verdankt Österreich europaweit einzigartige Bedingungen für die Integration und Partizipation der Muslime. Während unseres zweitätigen Besuchs in Wien konnten wir bei den Treffen mit den höchsten Repräsentanten des österreichischen Staates feststellen, dass die über 100 Jahre hinweg gewachsenen Strukturen des Miteinanders der islamischen Glaubensgemeinschaft mit dem österreichischen Staat einen entscheidenden Vorsprung bei der Lösung religionsverfassungsrechtlicher sowie interkultureller Herausforderungen mit sich bringen.

 

 

Während die Muslime in den meisten anderen europäischen Staaten in erster Linie sicherheitspolitisch verortet werden, genießen die Muslime in Österreich die Wertschätzung auf höchster staatlicher Ebene. Der Bundespräsident hat keine Schwierigkeiten damit, die Vertreter der Muslime persönlich zu begrüßen und sie willkommen zu heißen. Er sieht auch den Islam als selbstverständlichen Teil Österreichs. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Muslime Österreichs stolz auf die in Europa einmaligen Partizipationsmöglichkeiten sind und den Festakt gemeinsam mit dem Bundespräsidenten, Ministern, sowie den Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften begangen haben. Für diese Selbstverständlichkeit haben die Muslime in anderen europäischen Staaten noch viel vor sich, nicht weil die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht da wären, sondern vielmehr aufgrund des fehlenden politischen Willens.

 

In diesem Sinne bedanke ich mich bei Bundespräsident Dr. Fischer, Vizekanzler Dr. Spindelegger, Bildungsministerin Dr. Schmied, Integrationsstaatssekretär Kurz und dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft Dr. Sanaç für die besondere Gastfreundschaft. Ich bin mir sicher, dass die anstehende Novellierung des Islamgesetzes in Österreich gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen in großem Konsens vorgenommen werden wird. Nicht zuletzt wünsche ich mir auch in anderen Staaten Europas eine selbstbewusste und offene Haltung gegenüber den Muslimen, wie ich sie bei dem Festakt in Wien durch die Regierungsvertreter erfahren durfte. In diesem Sinne habe ich der Äußerung von Vizekanzler Spindelegger nichts hinzuzufügen: ‚Wir sind Miteinander, wir brauchen nicht den Gegensatz, sondern das Miteinander.‘“


Camia Ausgabe 19

Perspektif Juni 2013

Sabah Ülkesi April 2013

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