CUMA HUTBESİ

Hutba – Zum Ramadan-Anfang

15 Ekim 2004

Verehrte Muslime,

Wieder einmal haben wir den Monat Ramadan, der eine sehr wichtige Rolle im Leben der Muslime spielt, erreicht. Der Prophet beschreibt die ersten zehn Tage des Monats als Segen, die Mitte als Gnade und die letzten zehn Tage als Erlösung vor der Hölle. Zu diesem Anlass bitte ich unseren Herrn, dass der gesegnete Monat den Muslimen Wohlergehen und seinen Segen, für die Menschheit Frieden und Zufriedenheit bringt.

Im Ramadan fing auch die Offenbarung des Korans, des Wegweisers der Menschen, der das Gute vom Schlechten mit klaren und offensichtlichen Beweisen unterscheidet, an. “Ramadan” bedeutet wörtlich “brennen”. Ein Muslim der im Ramadan fastet, verbrennt regelrecht mit Hunger und Durst seine Sünden. Dadurch reinigt er sein Herz vor den unendlichen Begierden. Wir danken Allah dafür, dass er uns mit den vollkommenen und schönen Grundsätzen dieser Religion beehrte.

Verehrte Muslime,

In diesem gesegneten Monat ist die Pflicht zu fasten der zweit-wichtigste Gottesdienst nach dem Pflicht-Gebet. Im heiligen Koran deutet unser Herr auf diese Pflicht folgendermaßen hin:

“O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch kamen. Vielleicht werdet ihr Allah fürchten”¦ Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage fasten. Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet!” (Sura Bakara 2,182/183)

Liebe Brüder und Schwestern,

Den Aussagen dieser Verse folgend, hat demnach jeder gesunde Muslim, der die Bedingungen dafür erfüllt, im Ramadan zu fasten. Leiden wir jedoch an einer Krankheit oder sind wir aus einem anderen Grund entschuldigt, fasten wir diese fehlenden Tage im Anschluss an den Ramadan nach. Sollten wir dauerhaft entschuldigt sein, zB aufgrund eines kronischen Leidens, so haben wir dafür wiederum Hungernde zu speisen. So kann man auch, obwohl man nicht Fasten konnte, an dem Segen dieses Monats teilhaben.

 Verehrte Gemeinde,

 Das Fasten ist einzig und allein ein Gottesdienst, welches nur für Allah vollbracht wird. In einem Kutsi-Hadis sagt unser Herr: “Das Fasten ist für mich, den Fastenden aber werde ich bevorzugen und werde ihn grenzenlos belohnen.” Das Fasten kann Nicht-Muslimen oder denjenigen, die die Grundsätze dieser Religion nicht verstehen, als eine harte Disziplin vorkommen. Aber wahrlich ist das Fasten für einen Muslim, der seinen Glauben verinnerlicht hat, eine Quelle der Pietät und Glückseeligkeit. Außerdem ist es ein Gottesdienst, bei dem die höchste Stufe der spirituelle Freude erreicht wird.

Ein anderer wichtiger Punkt, warum dieser Monat so gesegnet ist, liegt darin, dass die Offenbarung des Korans in diesem Monat anfing. Deshalb sollten wir im Ramadan unser Interesse an dem Koran steigern. Wiederum befindet sich in diesem Monat die Nacht, die heiliger ist als 1000 Nächte. Als Gläubiger sollten wir deshalb die Bedeutung des Korans verinnerlichen und es inständig rezitieren. Wenn wir an all dies Glauben und die Belohnung nur von Allah erhoffen, wenn wir aufrichtig fasten, wird Allah unsere Sünden, außer den Untaten gegen unsere Mitmenschen, vergeben.

Verehrte Gläubige,

 In diesem Monat sollten wir als Muslime die Wege der Freundschaft und Gemeinsamkeit suchen und uns gegenseitig damit stärken. Wir sollten unsere Wohltaten und Hilfsleistungen erhöhen und stets Wege guter Taten suchen. Der Ramadan ist die beste Gelegenheit dazu. Lasst uns außerdem unsere Iftar-Tische für unsere Gäste bereichern. Diese Schönheiten sollen nicht nur unter Muslimen bleiben. Anlässlich des Ramadans sollten wir unsere Beziehungen zwischen allen Mitmenschen dieser Gesellschaft verbessern. Sind wir denn auch nicht Teil dieser Gesellschaft? Mit allen Menschen der Gesellschaft ist das Teilen und das gemeinsame Miteinander unsere menschliche als auch religiöse Pflicht.

Ich bete nochmals darum, dass der Ramadan für die ganze Menschheit Frieden und Segen bringt, und wünsche herzlichst, dass besonders im Irak und den anderen Krisengebieten auf der ganzen Welt Ruhe und Frieden einkehrt und dass die Konflikte so schnell wie möglich beendet werden.

IGMG Seelsorge