Pressemitteilung
Islamische Gemeinschaft ruft auf zum Blutspenden
16. Januar 2026
„Die Blutkonserven werden immer knapper, weil immer weniger Menschen spenden. Moscheen helfen und informieren – mehrsprachig, verbindend, wirksam“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind Appelle deutscher Kliniken und des Roten Kreuzes an die Menschen, mehr Blut zu spenden. Ali Mete weiter:
„Blutkonserven sind eine stille Lebensversicherung der Gesellschaft, die nur funktioniert, wenn genügend Menschen mitmachen. Doch nur etwa drei Prozent der Bevölkerung spenden. Das ist keine abstrakte Statistik: Das sind verschobene Operationen, engere Spielräume in der Notfallmedizin und Risiken für Patientinnen und Patienten, die ohnehin kämpfen – etwa in der Krebsbehandlung oder nach Unfällen. Der Kern des Problems ist strukturell: Langjährige Spenderinnen und Spender fallen altersbedingt weg, zu wenige Jüngere rücken nach.
Die Islamische Gemeinschaft ruft deshalb alle gesunden Menschen, die die Voraussetzungen erfüllen, zum Blutspenden auf – unabhängig von Herkunft, Glauben oder sozialem Status. Aus islamischer Sicht ist der Schutz des Lebens ein zentraler Auftrag; aus menschlicher Perspektive ist es eine Form der Nächstenliebe, die ohne Umwege wirkt: Eine Spende kann bis zu drei Menschen helfen.
Damit diese Bereitschaft wächst, müssen wir endlich ernst machen mit einer Ansprache, die alle erreicht. In den vergangenen Jahren sind Hunderttausende Menschen nach Europa gekommen – darunter Tausende potenzielle Blutspender. Diese Personen beherrschen die Landessprache jedoch noch nicht ausreichend. Deshalb dürfen sie aber nicht am Rand stehen, wenn es um gesellschaftliche Mitverantwortung geht. Mehrsprachige Informationen sind ein Türöffner: Sie schaffen Vertrauen, Zugehörigkeit und damit auch die Motivation, sich einzubringen.
Moscheen sind hier exzellente Multiplikatoren und leisten hier seit Jahren Brückenarbeit: Sie informieren mehrsprachig, erklären und mobilisieren – bei Gesundheitsthemen ebenso wie bei Fragen des Zusammenlebens – europaweit. In Frankreich etwa wetteifern Moscheen der Islamischen Gemeinschaft jährlich darum, welche Gemeinde die meisten Spenderinnen und Spender hervorbringt. Solche Leistungen werden leider noch zu selten wertgeschätzt und übersehen. Dabei ist die Wirkung immens: für das Ankommen, für die Aufnahme – und damit auch für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“











