Pressemitteilung

 Zum Internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit: Klare Haltung gegen Hass und Ausgrenzung

15. März 2026
Pressemitteilung

„Sonntagsreden über Vielfalt genügen nicht, wenn Musliminnen und Muslime zugleich benachteiligt, verdächtigt und angegriffen werden. Der 15. März ist ein Prüfstein politischer Glaubwürdigkeit“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit. Ali Mete weiter:

„Islamfeindlichkeit ist weltweit eine ernste Menschenrechtsfrage und in Europa längst Teil des gesellschaftlichen Alltags. Musliminnen werden nicht nur beleidigt, angegriffen oder unter Generalverdacht gestellt, sie erfahren auch Benachteiligung bei Arbeit, Wohnen, Bildung und im öffentlichen Leben.

Besonders alarmierend ist, dass ausgerechnet in Europa, das sich gern als Raum der Freiheit, Würde und Rechtsstaatlichkeit beschreibt, fast jede zweite befragte muslimische Person in 13 EU-Staaten von Diskriminierung berichtet. In Deutschland liegt dieser Wert sogar noch deutlich höher. Das ist kein Randphänomen, sondern ein politisches Warnsignal.

Ein Brandbeschleuniger ist: Politikerinnen und Politiker vieler Länder markieren die muslimische Bevölkerung oft als Bedrohung und Gefahr. Wer Musliminnen pauschal als Sicherheitsproblem markiert, verrät nicht nur rechtsstaatliche Prinzipien, sondern auch die ethische Pflicht zur Gerechtigkeit. Wo Menschen wegen ihres Glaubens, ihres Namens, ihrer Herkunft oder sichtbarer Religiosität abgewertet werden, wird nicht nur eine Minderheit verletzt, sondern das moralische Fundament demokratischer Gesellschaften beschädigt.

Aus islamischer Sicht ist die Würde des Menschen keine Frage von Mehrheit, Herkunft oder Konfession, sondern unveräußerlich.

Es ist gut, dass die Vereinten Nationen den 15. März 2022 als Internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit ausgerufen, 2024 weitere Maßnahmen eingefordert und 2025 einen Sonderbeauftragten eingesetzt haben. Doch Resolutionen allein schützen niemanden. Regierungen müssen Hasskriminalität konsequent verfolgen, Diskriminierung wirksam ahnden, Religionsfreiheit sichtbar schützen und digitaler Hetze klare Grenzen setzen. Medien und Politik tragen besondere Verantwortung: Wer mit Zerrbildern spielt, bereitet Ausgrenzung den Boden. Wer dagegen gleiche Würde ernst nimmt, verteidigt nicht nur Musliminnen und Muslime, sondern die Freiheit aller.

Der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit erinnert an den rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch am 15. März 2019. Während des Freitagsgebets wurden 51 Menschen ermordet, 40 weitere erlitten Schussverletzungen. Christchurch steht seither auf erschütternde Weise dafür, wohin enthemmter Hass, antimuslimische Hetze und die politische Verharmlosung von Menschenfeindlichkeit führen können.“

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