Gemeinschaft

Internationale Konferenz: Muslime aus 17 Ländern beraten über gemeinsame Herausforderungen

22. Juni 2026

Offizielle Vertreter muslimischer Gemeinschaften und Dachorganisationen aus 17 Ländern sind am Sonntag, den 13. Juni 2026, auf Einladung der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) und Hasene International bei Köln zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Konferenz standen aktuelle religiöse, gesellschaftliche und institutionelle Herausforderungen sowie Möglichkeiten einer langfristigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

An der Konferenz nahmen Delegationen aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Ungarn, der Ukraine, Georgien, Kirgisistan, der Mongolei, Griechenland, Polen, Litauen, Estland, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien und Nordmazedonien teil. Die Teilnehmenden tauschten sich über die Situation muslimischer Gemeinschaften in ihren jeweiligen Ländern aus und erörterten gemeinsame Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen.

Die Konferenz brachte muslimische Institutionen mit unterschiedlichen historischen Erfahrungen zusammen. Während in Westeuropa Fragen der institutionellen Gleichstellung und gesellschaftlichen Teilhabe im Vordergrund stehen, prägen auf dem Balkan insbesondere Minderheitenrechte und historische Kontinuitäten die Debatten. Im Kaukasus und in Zentralasien stehen religiöse Bildung und Jugendarbeit im Fokus, während kleinere Gemeinschaften im Baltikum verstärkt um gesellschaftliche Sichtbarkeit ringen.

In seiner Eröffnungsrede betonte der Berater des IGMG-Vorsitzenden und Leiter des Organisationskomitees, Abdi Taşdöğen, die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung: „Die aktuellen Herausforderungen muslimischer Gemeinschaften in Osteuropa, im Kaukasus und in Zentralasien sind nicht allein regionale Angelegenheiten. Sie betreffen uns alle. Probleme mögen regional sein, Lösungen sind jedoch nur mit einer globalen Vision und durch Solidarität möglich.“

Ziel der Konferenz war es, einen offenen Austausch zu fördern, gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln und dauerhafte Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen muslimischen Institutionen aufzubauen.

Berater des IGMG-Vorsitzenden und Leiter des Organisationskomitees, Abdi Taşdöğen

Der stellvertretende IGMG-Vorsitzende und Vorsitzender von Hasene International, Bekir Altaş, hob die Bedeutung humanitärer Zusammenarbeit hervor: „Hilfe ist mehr als eine kurzfristige Unterstützung in Krisenzeiten. Sie bedeutet, Menschenwürde zu schützen, Bedürftigen beizustehen und die Geschwisterlichkeit lebendig zu halten.“

Zugleich verwies Altaş auf die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen der teilnehmenden Institutionen. Der gegenseitige Austausch ermögliche es, voneinander zu lernen und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

Stellvertretende IGMG-Vorsitzende und Vorsitzender von Hasene International, Bekir Altaş

In mehreren Panels diskutierten die Teilnehmenden über die institutionelle Anerkennung muslimischer Gemeinschaften, Minderheitenrechte, religiöse Bildung, Jugendarbeit sowie die Auswirkungen aktueller Krisen und Konflikte.

Besondere Aufmerksamkeit galt den Erfahrungen muslimischer Gemeinschaften in der Ukraine. Der ukrainische Mufti, Aider Rustamov, berichtete über die Auswirkungen des Krieges und die humanitären Herausforderungen vor Ort. Er betonte zugleich die Rolle muslimischer Institutionen bei der Unterstützung der Bevölkerung.

Ukrainische Mufti, Aider Rustamov

Auch die Situation muslimischer Minderheiten in Westthrakien, die historischen Tatarengemeinschaften in Polen und Litauen sowie Fragen der religiösen Bildung und des digitalen Wandels im Kaukasus und in Zentralasien wurden thematisiert.

Im abschließenden Evaluationspanel unterstrich der IGMG-Vorsitzende Kemal Ergün die Bedeutung nachhaltiger Zusammenarbeit zwischen muslimischen Institutionen: „Unser Ziel ist es nicht, einmal zusammenzukommen und danach auseinanderzugehen.“ Die Herausforderungen muslimischer Gemeinschaften sind vielfach miteinander verbunden und machten grenzüberschreitende Zusammenarbeit zunehmend notwendig. Insbesondere in den Bereichen Jugend, Bildung, Religionsdienste und humanitäre Hilfe sollen die bestehenden Kontakte weiter ausgebaut werden.

IGMG-Vorsitzende Kemal Ergün

Die Konferenz endete mit einer Koranrezitation, einem gemeinsamen Gebet und einem Gruppenfoto. Die Veranstalter bewerteten das Treffen als wichtigen Schritt zum Ausbau dauerhafter Netzwerke und zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen muslimischen Institutionen aus Europa und Asien.

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