Frauenorganisation

„Fundamentale Rechte der Frau werden verletzt“ – Podiumsdiskussion des IGMG-Frauenverbands anlässlich des Weltfrauentags

12. März 2004

Über 350 Teilnehmerinnen nahmen am Sonntag anlässlich des Weltfrauentags an der Podiumsdiskussion „Sind Menschenrechte verhandelbar“ des IGMG-Frauenverbands teil.Bewusst wurde zum Weltfrauentag dieses Thema gewählt, um die Frage nach dem Kopftuch im Spannungsfeld von aktueller Rechtssprechung, Frauenrechten und Gleichberechtigung zu diskutieren. Insbesondere sollte auf die im Moment sehr aggresiv und repressiv geführte Kopftuchfebatte hingewiesen werden.

„Die Forderung der Frauen nach Gleichbehandlung und Selbstbestimmung erscheint vielen nicht angebracht, vor allem in Verbindung mit den Menschenrechtskonventionen“, sagte Frau Zehra Dizman, Vorsitzende der Frauenvereinigung, zur Eröffnung der Veranstaltung. Auch wenn die Gleichberechtigung der Frau in den Verfassungen vieler Länder verankert sei, wäre die Umsetzung nicht immer gewährleistet, stellte Dizman resigniert fest. Weiter sagte sie zu dem Zweck der Veranstaltung: „Zum Weltfrauentag wollen wir muslimische Frauen ,auf Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten aufmerksam machen,

die in erster Linie jene Frauen treffen , die wegen ihrer religiösen Überzeugung ein Kopftuch tragen.“ Gerade die anhaltende Kopftuchdebatte zeige, dass über diese Frauen hinweg geurteilt würde.

„Falls ein Kopftuchverbot durchgesetzt wird, werden fundamentale Rechte der Frau verletzt“, warnte Frau Gülüzar Keskin. „Muslimische berufstätige Frauen befinden sich zukünftig damit in einem Gewissenskonflikt zwischen dem, was ein potentieller Arbeitgeber von ihnen verlangen wird, und dem, was durch ihre eigenen, inneren Überzeugungen gegeben ist.“ Somit werde bisher psychischer Druck gewalttätige Formen annehmen und für die Frauen die Situation nicht mehr tragbar machen.