Freitagspredigt

Allah verbietet alles Schlechte und Unrechte

13. März 2015

Verehrte Muslime!
In der Sure Nahl heißt es: „Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.“[1]

Liebe Geschwister!
Allah möchte von uns den Einsatz für eine gerechte und ausgewogene soziale, politische und wirtschaftliche Ordnung. Wir Muslime müssen Menschen sein, in deren Handeln das Gute ihrer Religion erkennbar wird. Denn Allah möchte, dass wir den Menschen ein Vorbild sind, gute Werke vollbringen, immer auf Rechtschaffenheit und Erfolg bedacht sind, zuverlässige und bleibende Leistungen erbringen und unseren Angehörigen helfen.

Was Allah verbietet sind illegitime sexuelle Beziehungen, Übertreibungen, Geiz, Unsittlichkeit, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Boshaftigkeit und Missachtung von Regeln, genauso wie die Verteidigung solcher Verhaltensweisen.

Diese Verbote und Ratschläge sind jedoch nicht dazu da, um die Menschen zu etwas zu zwingen, sondern um sie zum Nachdenken anzuregen. Sie sollen Lehren daraus ziehen, um auf diese Weise ein gutes Leben führen zu können. Dieser Vers begnügt sich nicht damit, Ratschläge zu erteilen, sondern erinnert uns an unsere Verantwortung.

Verehrte Muslime!
„Allah verbietet das Schändliche und das Unrechte.“ Im Koran wird dies mit den Worten „fahscha“, „munkar“ und „bagy“ ausgedrückt. „Fahscha“ meint Unzucht bzw. Prostitution und wird im Koran auch „Zinâ“ genannt. Das Verbot verfolgt den Zweck, die Nachkommenschaft zu sichern. Zinâ wurde auch in der Thora und im Neuen Testament verboten. Der Koran verbietet nicht nur die Unzucht selbst, sondern auch jegliches Verhalten, das auf die Zerstörung der Familie und damit der Gesellschaft abzielt.

„Munkar“ umfasst alles Schlechte und Unsittliche, das die Religion verbietet, genauso wie alles, was der Vernunft und dem gesunden Menschenverstand widerspricht.

„Bagy“ bezeichnet Übertreibungen, Grausamkeit und Unterdrückung, Neid und Eifersucht sowie die ungerechtfertigte Einschränkung der Rechte Anderer.

Liebe Geschwister!
Die Ge- und Verbote dieses Verses erfordern kontinuierlichen Einsatz, um sie zu jeder Zeit und an jedem Ort zu erfüllen bzw. zu vermeiden. Das, was dieser Vers befiehlt, wird heute ebenso wie früher von jedem, der einen gesunden Menschenverstand besitzt, als gut und richtig anerkannt, und das, was verboten wird, als schlecht und falsch angesehen.

Wenn wir über die Weisheit der göttlichen Ge- und Verbote im Koran nachdenken, erkennen wir, dass in jeder Handlung, deren Ausführung befohlen wird, ein unbedingter Nutzen für den Menschen liegt, und jedes Verbot die Menschen vor Dingen bewahrt, die ihm schaden.

Verehrte Muslime!
Mit seinen Geboten zeigt uns Allah einen Weg, auf dem wir ein ausgeglichenes und friedliches Leben führen können. Mit seinen Verboten warnt er uns; es ist besser für uns, wenn wir seine Verbote beachten und ein Leben innerhalb des Erlaubten führen.

Damit uns diese Ratschläge stets in Erinnerung bleiben, wird dieser Vers jede Woche am Ende der Hutba vorgelesen. Möge uns unser Herr die Willenskraft geben, stets so zu handeln, wie es notwendig ist.

pdf: Hutba: Allah verbietet alles Schlechte und Unrechte

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