Pressemitteilung

An Werten und Menschenrechten festhalten

08. Dezember 2016 Bekir Altaş, Generalsekretär
Bekir Altaş, Generalsekretär

„Der Zerfall von Werten und Menschenrechten schreitet immer weiter voran und hat inzwischen einen Namen: Abschottungspolitik. Diese Entwicklung erfüllt uns mit großer Sorge“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Welttags der Menschenrechte am 10. Dezember. Altaş weiter:

„Täglich werden wir Zeuge von humanitären Katastrophen. In vielen Teilen der Erde erleiden Menschen unvorstellbares Leid. Sie sind Kriegen, Armut und Verfolgungen ausgesetzt. Wer Glück hat, hat die Kraft und finanziellen Möglichkeiten zur Flucht; die meisten müssen das Elend ertragen, viele sterben.

Diesen Menschen die helfende Hand zu reichen ist eine ethische und humanitäre Verpflichtung. Jedoch geschieht das nur in ungenügendem Maße. Stattdessen beobachten wir mit zunehmender Sorge, wie Mauern hochgezogen und Fluchtwege versperrt werden. Diese Abschottungspolitik geht bisweilen so weit, dass wohlhabende Staaten armen afrikanischen Regierungen unter dem Label ‚Entwicklungshilfe‘ Geld und Technik zur Verfügung stellen, damit sie verhindern, dass Menschen ausreisen können. Das ist eine Politik, die weder unserem Menschenbild entspricht noch mit unserem Glauben vereinbar ist.

Die Ankündigungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag, dass sich die Flüchtlingsaufnahme aus dem Jahr 2015 nicht wiederholen darf, ist ein Ausdruck dieser Abschottungspolitik. Zugleich sind ihre Worte zweifelsohne ein Resultat des Drucks von Rechtsaußen in Deutschland. Der Rechtspopulismus hat die Politik offenbar so fest im Würgegriff, dass sie sich genötigt sieht, rechtskonservative Positionen bedienen zu müssen.

Diese Entwicklungen beobachten wir auch in anderen europäischen Ländern und auch in den USA. Das erfüllt uns mit großer Sorge. Der Nationalismus gewinnt immer mehr die Oberhand, ethische Werte und Menschenrechte leiden darunter und haben immer mehr das Nachsehen. Das ist eine verantwortungslose und fatale Entwicklung, der wir uns entgegenstellen müssen. Wir müssen mahnen, reden und überzeugen, dass unser gemeinsames Wohl nicht in der Abschottung und in dem Wegsehen liegt, sondern im Hinsehen und in der humanitären Hilfe. Wir stehen in der Pflicht und werden uns dieser moralischen Verantwortung nicht entziehen können.“