Pressemitteilung

Ücüncü: „Beleidigungen und Verunglimpfungen werden von keiner Freiheit gedeckt“

06. Februar 2006

„An Geschmacklosigkeit sind die Propheten-Karikaturen nicht zu übertreffen“, kritisierte der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Oguz Ücüncü, die Karikaturen in verschiedenen Zeitungen. „Sie sind beleidigend und zeigen keinerlei Achtung für religiöse Werte.“ „Es ist unverantwortlich, wenn unter dem Deckmantel der Pressefreiheit religiöse Gefühle bewusst verletzt und Religion verunglimpft wird. Die Pressefreiheit ist ein elementarer Wert unserer Rechtsordnung, daher muss sie vor allem vor dem Missbrauch geschützt werden, nur so kann man glaubwürdig für ihre Verteidigung eintreten,“ sagte Ücüncü weiter. „Beleidigungen und Verunglimpfungen werden von keiner Freiheit gedeckt.“

Mit Sorge betrachte man die Bestrebungen weiterer Zeitungen, die den weiteren Abdruck dieser Karikaturen offensichtlich für einen vermeintlichen Kulturkampf nutzen wollen. „Ein Bewusstsein für die Pressefreiheit entsteht sicherlich nicht dadurch, dass man den Propheten beleidigt. Es geht hier auch nicht mehr nur um das Erstellen eines Bildnisses des Propheten, sondern insbesondere darum, wie er dargestellt wurde. Die Kritik der Muslime nur mit dem Bilderverbot im Islam begründen zu wollen, wäre zu oberflächlich. Es ist insbesondere die beleidigende und herabwürdigende Art und Weise, mit der er vermeintlich karikiert wurde“, stellte Ücüncü klar. Der Gesetzgeber habe nicht umsonst § 166 Strafgesetzbuch geschaffen, der die Beschimpfung religiöser Bekenntnisse, die geeignet sind, den öffentlichen Frieden zu stören, unter Strafe gestellt.

Weiter sagte Ücüncü: „Die Karikaturen sind diffamierend und können nicht hingenommen werden. Aber sie können weder das Ansehen des Propheten beschädigen, noch ihm seine Würde nehmen“, sagte Ücüncü. „Es machen sich doch gerade die lächerlich, die zur vermeintlichen Durchsetzung der Pressefreiheit solch eine Provokation als notwendig ansehen und nicht einmal die Größe haben, Fehler einzugestehen.“ „Es wird uns als Muslimen nichts genommen, wenn wir eine solch offene Provokation ins Leere laufen lassen, indem wir besonnen reagieren und mit überlegten Aktionen unseren Protest kundtun. Drohungen oder sogar gewalttätige Übergriffe gegen Personen oder europäische Institutionen, können nicht hingenommen werden“, sagte der Generalsekretär abschließend.

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