Gemeinschaft

Arme in Jemen freuen sich über Opfertierspenden

03. Januar 2008

Die Helfer der Opfertierkampagne in Jemen, Mücahit Batman, Mustafa Akalan, Davut Cengiz und Ümit Akcay berichten über ihre Erfahrungen in Jemen:

„Sobald wir am Flughafen von Jemen angekommen waren, wurden wir Zeuge von einer ins Auge stechenden Armut. Sie bestätigte unsere Entscheidung, dass wir neben anderen armen Ländern auch Jemen gewählt hatten, um hier die Opfertierspenden von europäischen Muslimen zu bringen. Wir wurden von den sehr herzlichen, aber armen Landesleuten gastfreundlich aufgenommen, die uns das Gefühl nahmen, dass wir uns in einem fremden Land befanden.

Der Gesichtsausdruck des Verantwortlichen, der uns die Lage des Landes schilderte, war der eines verzweifelten Vaters. Es war sehr bedeutungsvoll, dass er uns und sie selbst als Mitglieder derselben Familie benannte, die nur in unterschiedlichen Teilen der Welt wohnten. Er sagte, dass es sie sehr glücklich gemacht habe, dass wir unsere Familien in Europa verlassen haben, um die Opfertierspenden der Muslime aus Europa mit den hier lebenden Armen und Waisen zu teilen.

Wir wurden gebeten, ihre Bittgebete und Glückwünsche an die Muslime in Europa zu überbringen, die sie mit Spenden unterstützten und das Opferfleisch mit ihnen teilten.

43 Prozent der Bevölkerung Jemens ist arm, das eine Zahl von zehn Millionen Menschen ausmacht. Davon haben eine Million Menschen nichts zu Essen. Jährlich sterben 365 von 100.000 Frauen während oder vor der Entbindung. Verglichen mit anderen arabischen Ländern wie z.B. in Bahrain – dort sind es 12 von 100.000 Frauen – sehr hoch. Das zeigt, wie erschreckend die Lage in Jemen ist.

Die Kindersterblichkeitsrate ist mit 79 von 1000 Kindern auch ziemlich hoch. Ursachen sind meistens Unterernährung, Durchfall, Infektionskrankheiten, Lungenkrankheiten oder Malaria. Krankheiten innerhalb einer Familie weiten sich wegen fehlender Medikamente sehr schnell aus. Offizielle Angaben nennen die Zahl der Waisen mehr als eine halbe Million.

Wir waren sehr glücklich, dass wir in Jemen waren. Denn viele Armen Menschen freuten sich über das Opfertierfleisch. Neben der Verteilung des Opfertierfleisches besuchten wir zudem Waisen in Jemen und übergaben Spenden.“

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