Gemeinschaft

Auf das Ramadanfest folgt der Tag der offenen Moschee

22. September 2008

Seit zwölf Jahren öffnen die Moscheen am 3. Oktober ihre Türen und laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich ein eigenes Bild von der Gemeinde und den Muslimen zu machen. In den letzten Jahren fiel der Tag der offenen Moschee in den Ramadan, dem Fastenmonat der Muslime. So wurde die Gelegenheit genutzt, um auch nichtmuslimische Nachbarn und Freunde zum Fastenbrechen (Iftâr) einzuladen. Dieses Jahr folgt der 3. Oktober unmittelbar dem dreitägigen Ramadanfest (Bayram), bei dem das am Ende des Fastenmonats gefeiert wird.

Daher findet der diesjährige vom Koordinationsrat der Muslime (KRM) organisierte Tag der offenen Moschee unter dem Motto „Moscheen – Orte der Besinnung und des Feierns“ statt.

Die Besucher erwartet ein buntes Programm in gewohnter Gastfreundschaft. Sie können an Moscheeführungen und Podiumsdiskussionen teilnehmen, Ausstellungen besichtigen, sich an Bücherständen informieren, die kulturellen Beiträgen verfolgen oder einfach nur ein Gespräch mit ihren muslimischen Mitbürgern führen.

Adressen von Moscheen bundesweit finden Sie in unserer Moscheedatenbank. Unter den angegebenen Telefonnummern können Sie sich bezüglich den geplanten Veranstaltungen informieren:  http://www.igmg.de/service/moscheen.html 

Was ist Bayram?

Bayram, wie das Fest im Türkischen genannt wird, bedeutet „Tag der Freude“. Festtage spielen in allen Religionen und Kulturen eine besondere Rolle. An diesen Tagen gedenken gläubige Menschen entscheidender Ereignisse und bringen ihre Dankbarkeit für die Gaben Gottes zum Ausdruck. Es werden grundlegende menschliche Werte wie Liebe, Barmherzigkeit und Mitgefühl gelebt. Die Festtage stehen für Versöhnung und Vergebung, für die Stärkung des sozialen Miteinanders und die Verantwortung für den Anderen. 

Beim Ramadanfest erinnern sich die Muslime an die entbehrungsreiche Fastenzeit und die Gaben Gottes, derer sie sich eine Zeit lang enthalten haben. Durch das gemeinsame Gebet in der Moschee, die folgenden Besuche von Verwandten und Freunden, die gegenseitige Beschenkung und gemeinsame Begehung des Festes wird die Gemeinschaft gestärkt. Die Besuche finden jedoch nicht nur im familiären Umfeld statt. Insbesondere alte, einsame und bedürftige Menschen, werden besucht, beschenkt und somit in die Feierlichkeiten miteinbezogen. In vielen Gemeinden werden Altersheime, Waisenhäuser und Krankenhäuser besucht – auch wenn man keine Bekannten dort hat. 

Eine andere für die Gesellschaft äußerst wichtige Eigenschaft dieser Tage ist die Versöhnung. Gemäß den Anweisungen des Propheten Muhammad (saw) sollen sich an diesen Tagen die Zerstrittenen wieder versöhnen. An diesen Festtagen werden langjährige Fehden beigelegt und Freundschaften aufgefrischt. Bayram ist die Zeit der Vergebung und Versöhnung. 

Nachdem man während der Fastenzeit Hunger und Durst erduldet hat, fällt es nicht schwer, Solidarität mit Bedürftigen zu zeigen. Zur Stärkung der sozialen Verantwortung innerhalb der Gesellschaft, tragen daher auch die Zakât, die Fitr-Abgabe und andere freiwillige Spenden bei. Auf diesem Wege versuchen die Muslime, ihrer Verantwortung gegenüber den Armen und Bedürftigen auf dieser Welt nachzukommen. 

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