Gemeinschaft

Berliner Vortragsreihe wird fortgeführt

26. September 2009

Veranstaltung wurde mit einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Landesverbandes, Siyami Öztürk, begonnen. Öztürk gratulierte der Irschadabteilung für ihre bisherigen Bemühungen um die Vortragsreihe und zeigte sich zuversichtlich, dass es auch in der kommenden Saison zahlreiche Gelegenheiten geben werde, sich mit bekannten Wissenschaftlern auszutauschen.

Dr. Köten betonte, dass die Muslime insbesondere im Bereich Bildung noch viel aufzuholen hätten und fuhr wie folgt fort: „Die Türken sind ab den 60ern nach Deutschland gekommen. Nun ist ein halbes Jahrhundert vergangen. Die erste Generation wollte lediglich zwei drei Jahre in Deutschland arbeiten, um genug Geld für eine Existenzgrundlage in der Türkei zu verdienen, wo sie ihr Leben dann fortführen wollte. Bei diesen zwei drei Jahren ist es jedoch nicht geblieben“¦ “

Da man – vor diesem Hintergrund – keine langfristigen Pläne in Deutschland hatte, wurden keinerlei fortdauernde Bemühungen unternommen, so Köten. Erst als man erkannte, dass man noch für lange Zeit hier bleiben würde, hätte man angefangen entsprechende Einrichtungen zu schaffen. Auf den türkischen Staat hätte man damals nicht zählen können, da diesen lediglich die Devisen zu interessieren schienen, die mit den sogenannten Gastarbeitern ins Land flossen.

Köten führte aus, dass man begonnen hätte Moscheen einzurichten, in denen vielfältige Aufgaben wahrgenommen wurden. „Heute befinden wir uns in keiner idealen Lage, doch sind wir weiter als früher. Das wichtigste ist es momentan die Bildung der kommenden Generationen zu sichern, um ihre Sprache, Religion und Kultur zu bewahren. Unsere Kinder müssen auch ihre Muttersprache lernen, auch in dieser Sprache denken und sich ausdrücken können. Denn mit ihrer Sprache ist ihre Kultur und Geschichte geknüpft. Sie müssen ihre Religion bewahren, denn diese ist ein wichtiger Teil ihrer Identität. Genauso sollten sie die mit ihrer Geschichte gewachsene Kultur und Tradition nicht vergessen. Zudem müssen unsere Kinder und Jugendlichen eine geachtete Position in der Gesellschaft einnehmen. Dies ist jedoch erst der Fall, wenn sie eine entsprechende berufliche Qualifikation vorliegt.“, sagte der Dozent aus Bursa.

Schließlich sei Integration laut Dr. Köten, dass man sich in die Gesellschaft einfügt, ohne sich seiner Sprache, Religion, Geschichte und Kultur zu entledigen. (am)

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