Generalsekretariat

Bildungsprogramm für Moscheen im Bereich Klima- und Naturschutz erfolgreich abgeschlossen

30. April 2026

Das „Bildungsprogramm für Moscheen im Bereich Klima- und Naturschutz“ ist erfolgreich abgeschlossen worden. Ziel des Programms war es, Natur- und Klimaschutz stärker in Moscheegemeinden in Europa zu verankern. Durchgeführt wurde es von der Kommission für Klima- und Naturschutz der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Nach einem intensiven einjährigen Prozess endete das Programm im April 2026.

Es sollte in Moscheen ein stärkeres Bewusstsein für Klima- und Naturschutz schaffen. Zugleich wurden Akteurinnen und Akteure ausgebildet, die vor Ort konkrete Wirkung entfalten können.

Moscheezentrierter Klima- und Naturschutz

Das Bildungsprogramm startete im April 2025 und umfasste insgesamt elf Sitzungen. Diese fanden monatlich online statt. Das Programm brachte Moscheeverantwortliche aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen, vor allem aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und dem Vereinigten Königreich. Ziel war es, die Teilnehmenden so zu stärken, dass sie in ihren Gemeinden eine „Multiplikatorwirkung“ entfalten können.

Ein zentrales Merkmal war das flexible Lernmodell. Es berücksichtigte die jeweiligen soziokulturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Gemeinden. Die Inhalte wurden an länderspezifische Umweltpolitiken, lokale Bedürfnisse und praktische Umsetzungsmöglichkeiten angepasst. Interaktive Gruppenarbeiten in jeder Sitzung förderten den Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen.

Praxisnahe Lösungen für Moscheegemeinden

Besonders prägend war die konsequente Ausrichtung auf praktische Umsetzbarkeit. Die Diskussionen über Klimakrise und Naturschutz blieben nicht auf einer theoretischen Ebene. Stattdessen konzentrierte sich das Programm auf konkrete Maßnahmen, die direkt in Moscheegemeinden umgesetzt werden können.

Die Auftaktsitzung fand im April 2025 unter dem Titel „Die Rolle der Moscheen bei der Bewältigung der Klimakrise“ statt. Gehalten wurde sie von Prof. Dr. İbrahim Özdemir. Im Mittelpunkt standen die Rolle des Menschen als „Statthalter“ (Halīfa) auf Erden sowie die Verantwortung, die Schöpfung als anvertrautes Gut (Amāna) zu bewahren.

Im Mai 2025 folgte die zweite Sitzung mit dem Titel „Wie kann ich die biologische Vielfalt in meiner Moschee fördern?“. Sie wurde von Sefine Kılınç geleitet. Behandelt wurden Themen von Habitatverlust und Entwaldung bis hin zu den Auswirkungen der Klimakrise. Zugleich zeigte die Sitzung konkrete Handlungsmöglichkeiten für Moscheen auf.

Im Juni 2025 schloss sich die Sitzung „Wie kann ich meinen Moscheegarten gestalten?“ an. Burak Barut präsentierte darin Konzepte des islamischen Gartens und diskutierte deren praktische Umsetzung.

Im Rahmen des Programms hielt Merve Fatma Ören den Vortrag „Wie kann ich Emissionen in meiner Moschee reduzieren?“. Usame Yolcu behandelte die Themen „Wie kann ich Energie in meiner Moschee einsparen?“ und „Wie kann ich erneuerbare Energiesysteme in meiner Moschee implementieren?“.

Darüber hinaus umfasste das Programm zentrale Themen wie Abfallmanagement, nachhaltige Veranstaltungen, Wassermanagement und umweltfreundliche Küchen in Moscheen.

Die Abschlussveranstaltung widmete sich schließlich einem strategischen Rahmen für die Entwicklung und Umsetzung konkreter Umweltprojekte in Moscheegemeinden.

Nachhaltigkeit und Institutionalisierung nach Programmabschluss

Mit dem Abschluss des Bildungsprogramms beginnt eine neue Phase. Ziel ist es nun, die Wirkung des Programms langfristig zu sichern. Teilnehmende, die ihre Arbeit freiwillig fortsetzen möchten, erhalten künftig beratende Unterstützung durch die IGMG-Kommission für Klima- und Naturschutz.

Zudem können Moscheegemeinden den kürzlich von der IGMG veröffentlichten Ratgeber für klimafreundliche Moscheen nutzen. Er soll dabei helfen, klimafreundliche Praktiken im Einklang mit den Prinzipien von „Amāna“ (Verantwortung) und „Mīzān“ (Gleichgewicht) institutionell zu verankern. Alle Inhalte des Programms sind außerdem über die Plattform kiep.igmg.org zugänglich.

Das Bildungsprogramm hat ein Modell aufgezeigt, das Moscheen nicht nur als Orte des Gebets versteht, sondern auch als Zentren gesellschaftlicher Transformation. Es gilt als bedeutender Schritt hin zu einer ethischen, praxisorientierten und kollektiven Positionierung muslimischer Gemeinschaften in Europa im Umgang mit der Klimakrise.

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