Gemeinschaft

Bildungsveranstaltung in Sarajewo

26. September 2010

In der ersten Veranstaltungswoche wurden nach einem Besuch der Srebrenica- Grabstätte die Seminare „Einführung in die Fikih-Methode“ von Dr. Müjdat Uluçam und „Osmanische Diplomatie am Beispiel der Politik Salih Münir Paschas“ von Dr. Muammer Öztürk angeboten.

In der zweiten Woche wurden die Themen „Europäische Identität und der Islam“ und Moderne Gedichte behandelt. Akif Emre erklärte in seinem Vortrag: „Die europäische Identität entstand im Mittelalter durch die Abgrenzung vom Osten, insbesondere dem Islam und dem Osmanische Reich. Auch wenn sich seitdem die politischen und kulturellen Beziehungen verbessert haben, werden Muslime weiterhin als die „Anderen“ betrachtet und das Überlegenheitsgefühl ist immer noch vorhanden. Trotz der Säkularisierung ist man in Europa gegenüber dem Islam feindlich eingestellt. Heute wird versucht, die europäische Identität, die auf christlichen Werten basiert, mit säkularen und universellen Werten zu verbinden.“

Yusuf Yerkel aus Deutschland hielt einen Vortrag über die Veränderungen in der Außenpolitik der Türkei. Es sei unabdingbar, dass Veränderungen nicht von Heute auf Morgen, sondern infolge eines Prozesses geschehen. Die Entwicklungen und Bestrebungen in der Außenpolitik Türkeis seien für jeden erkennbar. Yerkel verwies auf die Geschichte der Türkei und die Verantwortung, aber auch die Nachteile, die damit verbunden sind. „Nach den Ersten Weltkrieg, hatte die Türkei eine passive Außenpolitik, die innenpolitischen Angelegenheiten und Machtverhältnisse standen im Vordergrund. Die Türkei war abhängig von einigen Ländern und zu anderen pflegte sie gar keine Kontakte und Beziehungen“, betonte Yerkel.

Mehmet Erik setzte sich in seinem Vortrag mit dem Buch „Der Islam zwischen Ost und West“ aus der Feder Alija Izzetbegovics auseinander.

Ziyan Baykulu thematisierte die Modernisierung des Osmanischen Reiches zur Zeit der Tanzimat- Reformperiode. In dieser Periode sei neben all den Veränderungen insbesondere der Macht- und Einflussverlust der islamischen Gelehrten prägend gewesen.

Im Rahmen des zweiwöchigen Sarajewo-Aufenthalts besichtigte die Gruppe verschiedene Sehenswürdigkeiten in Sarajewo und Umgebung. (fy)

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