Pressemitteilung

Botschaft des IGMG-Vorsitzenden Kemal Ergün zum Beginn des Ramadans 2011

01. August 2011

Der Ramadan ist eine außergewöhnliche Zeit. Der Koran beschreibt ihn als den Monat des Fastens und des Korans. Unser Prophet bezeichnet ihn zudem als Monat der Umma. Die Herabsendung des Korans begann in diesem Monat, genauer in der Kadr-Nacht. Das Fasten wurde im Ramadan zur Pflicht erklärt. Neben diesen bedeutenden Ereignissen ist der Ramadan auch eine Zeit der Solidarität. So zahlen die Muslime die Zakat, die Fitra-Abgabe und spenden nach Kräften.

Im Ramadan befindet sich die Kadr-Nacht, von der es im Koran heißt, dass sie wertvoller ist als tausend Monate. Zudem sind die letzten zehn Tage dieses Monats von besonderer Bedeutung. Im Ramadan beschäftigen sich die Muslime ausgiebig mit dem Koran. Neben den täglichen Gebeten versammeln sie sich zum abendlichen Tarâwih-Gebet.

Wir sollten versuchen, von dem Segen dieses wertvollen Monats zu profitieren. Dass wir uns in der Ferienzeit befinden, dürfte es uns erleichtern, uns mehr Zeit für unsere Gebete und die Beschäftigung mit dem Koran zu nehmen. So sollten wir etwa vorziehen, die Gebete zusammen mit der ganzen Familie in der Moschee zu verrichten.

Im Ramadan sollten wir noch mehr auf unsere Gebete achten. Dazu gehört, nicht nur die Moscheen aufzusuchen, sondern uns stets von schlechten Worten und Taten fernzuhalten, den Koran zu lesen, bedürftigen Menschen unter die Arme zu greifen und, falls möglich, sich in den letzten zehn Tagen des Ramadans in die Moschee zurückzuziehen. In unsere Bittgebete sollten wir nicht nur uns, unsere Familien und Freunde, sondern insbesondere die islamische Welt und die gesamte Menschheit einschließen. Gute Eigenschaften, die wir im Ramadan erlangen und festigen können, müssen auch nach dem Ramadan fortgeführt werden. Unser Prophet sagte, ein guter Mensch ist, wer Gutes für anderen vollbringt. Von diesen Worten ausgehend sind wir angehalten, uns in der Gesellschaft zu engagieren und uns um unsere Mitmenschen, insbesondere unsere Nachbarn, zu kümmern.

Im Ramadan sollte noch mehr als sonst darauf geachtet werden, die freundschaftliche Beziehung zu den Nachbarn nicht zu gefährden. Vor allem vor und nach den Tarâwih-Gebeten zu später Stunde gilt es darauf zu achten. Zudem sollten wir unsere Nachbarn in den Ramadan miteinbeziehen. Wir sollten sie über unsere Ramadan-Kultur in Kenntnis setzten und sie etwa zum Iftar einladen.

Es ist zudem erforderlich, dass unsere Geschwister schon in den ersten Tagen des Ramadans zur Teilnahme an der Zakat- und Fitra-Kampagne sowie anderen sozialen Hilfsprojekten motivieren. Nur wenn wir uns für diese Projekte einsetzen und an ihnen teilnehmen, haben wir die Möglichkeit, bedürftigen Menschen überall auf der Welt zu helfen. Wir sollten an die Lage von Millionen Menschen denken, die Hunger leiden, während wir uns tagtäglich zahlreicher Gaben erfreuen können.

Unsere Gebete in diesem Monat, in dem „die Teufel in Ketten gelegt und die Tore des Paradieses weit geöffnet“ sind, sollten dem Frieden aller Menschen gelten. Vor dem Hintergrund des Segens und der Bedeutung dieser segenvollen Zeit sollten wir das Fasten nicht aufgrund einfacher Gegebenheiten vernachlässigen.

In diesem Sinne möchte ich allen Muslimen zum Beginn des Ramadans gratulieren und wünsche, dass er uns nur Gutes beschere.“

IGMG-Vorsitzender

Kemal Ergün

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