Pressemitteilung

Botschaft des IGMG-Vorsitzenden Yavuz Celik Karahan zum islamischen Neujahr

20. Januar 2007

Anlässlich des islamischen Neujahrsanfangs des Jahres 1428 nach der Hidschra erklärte der Vorsitzende der IGMG, Yavuz Çelik Karahan, in einem Grußwort: „Am Samstag, den 20. Januar 2006 ist das islamische Neujahr. Ich wünsche allen Muslimen ein gesegnetes Neujahr und bete dafür, dass unser Herr mit dem neuen Jahr allen Menschen Glück und Frieden beschert.

Das Neue Mondjahr erinnert uns an den wichtigsten Wendepunkt im Leben des Propheten Muhammeds (saw), der als Wegweiser für die Menschheit gesandt wurde: die Auswanderung von Mekka nach Medina vor 1428 Jahren.

Der Begriff Hidschra bedeutet wörtlich übersetzt, die Auswanderung von einem Ort zu einem anderen. Im Islam ist die Bedeutung von Hidschra, die Auswanderung Muhammeds (saw) und seiner Gefährten von Mekka nach Medina. Der Grund für die Auswanderung waren die Unterdrückungen und die Folterungen seitens der Mekkaner. Die Hidschra ist das Festhalten an Werten und nicht an einem bestimmten Raum. Die folgenden Koranverse machen dies besonders deutlich: „Siehe, zu denjenigen, welche wider sich gesündigt hatten, sprechen die Engel, wenn sie sie fortnehmen: »Wozu gehört ihr?« Sie sagen: »Wir waren die Hilflosen im Land.« Sie sprechen: »Ist nicht Allahs Land weit genug, so dass ihr hättet auswandern können?« Ihre Behausung ist die Hölle, und schlimm ist die Fahrt (dorthin). Ausgenommen sind die Schwachen unter den Männern und Frauen und Kindern, die sich tatsächlich nicht zu helfen vermögen und keinen Ausweg finden.“ (An-Nisaa, 97-98) „Siehe, die, welche glauben und für Allahs Sache auswandern und streiten, sie hoffen wirklich auf Allahs Barmherzigkeit; und Allah ist verzeihend und barmherzig.“ (Al-Baqara, 218, At-Tauba, 20)

Unser Prophet (saw) deutet in einem Hadis auf die edle und verwurzelte Tradition der Hidschra hin: „Es wird auch nach der Hidschra eine Hidschra geben. Die Besten auf Erden sind diejenigen, die die Hidschra Abrahams als Vorbild nehmen.“ (Abu Dawud, Dschihad)

Die Grundbedeutung der Hidschra ist die Auswanderung vom Verbotenen zum Erlaubten; die Trennung für Allah und das Wiedersehen für Allah. Die Hidschra ist keine Flucht oder ein einfacher Ortswechsel. Wenn der Punkt erreicht ist, an dem alle Mittel verbraucht sind, wechseln Menschen, die sich dem Glauben gewidmet haben, ihren Ort. Die Hidschra ist eine Botschaft von den Ansar (Helfer) und den Muhadschirun (Auswanderer), die den Muslimen bis in alle Ewigkeit ein Wegweiser sein wird; eine Botschaft der Hingabe, der Einigkeit, der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit.

Im Lichte dieser Botschaft erkennen wir, dass die Hidschra uns im Hinblick auf die jetzigen weltlichen Ereignisse zu sich ruft. Ein Ruf an Reisende vom Hässlichen zum Schönen, von der Unterdrückung zur Gerechtigkeit, vom Falschen zum Richtigen. Länder und Regierungen, die behaupten, den Weltfrieden herstellen zu wollen und dabei alle Menschenrechte verletzen, haben es nötig, die Botschaft, die mit der Hidschra und der Zeit danach vermittelt wurde, zu verstehen.

Mit dem neuen Jahr kommen auf uns Aufgaben zu, mit denen wir das Verständnis der Hidschra auf der ganzen Welt vermitteln können und müssen. Die vorherrschenden menschenunwürdigen Verhältnisse auf der Welt sind nicht mit den im Fernsehen gezeigten Nachrichten begrenzt. Die Opfertierkampagne verdeutliche noch ein Mal, dass dramatische Verhältnisse, die nicht im Fernsehen gezeigt oder in Zeitungen abgedruckt werden, vorherrschen. Wir dürfen nicht vergessen, solange es Unterdrückungen auf der Welt gibt, wird es auch immer eifrige Muslime geben, die als ewige Reisende auf dem Weg der Hidschra für Gerechtigkeit arbeiten.

Ich gratuliere allen Geschwistern zum Neujahrsanfang und bete zu Allah teala, unsere Herzen mit dem Verständnis der Hidschra zu festigen. Ich wünsche, dass das neue Jahr unseren Eifer, für den Frieden und das Wohl der Menschheit zu arbeiten, stärken möge.“

Yavuz Celik Karahan IGMG-Vorsitzender