Pressemitteilung

Botschaft des IGMG-Vorsitzenden zum Ramadan

20. August 2009

„Wieder befinden wir uns am Anfang des gesegneten Monats Ramadan. Möge er allen Muslimen und der ganzen Menschheit nur Gutes bescheren. Der Ramadan ist für Muslime eine außergewöhnliche Zeit und wird deshalb auch „König der elf Monate“ genannt; ein Monat, von dem der Prophet sagte, dass er der „Monat der Umma“ ist. Der Ramadan ist auch der Monat des Fastens; eine der fünf Säulen des Islams wird im Ramadan verrichtet. Zudem ist der Ramadan der Monat des Korans, da in ihm die Offenbarung desselben begann. Neben diese Seiten hat der Ramadan auch eine soziale Seite; im diesem Monat entrichten die Muslime ihre Zakât- und Fitra-Abgaben. Ferner befindet sich die Kadr-Nacht im Ramadan, besser als Tausend Nächte, wie es im Koran heißt. In den letzten zehn Tagen des Ramadans ziehen sich viele Muslime zum İtikâf in die Moscheen zurück. Im Ramadan wird der Koran gelesen und gelebt und den Pflichtgebeten die abendlichen Tarâwih-Gebete hinzugefügt. Schließlich muss für jeden Muslim die Fitr-Abgabe gezahlt werden, die wiederum den ärmeren Muslime zugute kommt.

Solch eine gesegnete Zeit steht uns also bevor. Es ist erforderlich, dass wir uns selbst geistig und körperlich auf diese Zeit vorbereiten und auch an unsere Moscheen erkennbar wird, welch außergewöhnliche Atmosphäre der Ramadan mit sich bringt.

Muslime sollten generell auf ihre Gottesdienste achten. Doch insbesondere sollten diesen mehr Aufmerksam geschenkt werden. Hierzu gehört, dass man sich von allem Unnützen fernhält und sich verstärkt dem Rezitieren des Korans und dem Gebet hingibt und nicht versäumt, den Armen und Bedürftigen das zukommen zu lassen, was ihnen zusteht. Insbesondere sollten wir nicht vergessen, Bittgebete für unsere Geschwister und den Frieden in der Welt zu sprechen.

Die Fastenzeit sollte mit Gottesdienste geschmückt werden, wie der Garten mit Blumen. Aufrichtigkeit, Einsicht, Nachsicht, Toleranz, Zuneigung und Eintracht sollten unsere Beziehungen zu anderen Menschen kennzeichnen. Unsere Beziehung sollte dem Geist des prophetischen Ausspruchs „Der bester unter den Menschen ist derjenigen, der den Menschen am nützlichsten ist.“ folgen.

Da die Moscheen im Ramadan stärker frequentiert werden, sollten wir unsere Nachbarn in angemessener Weise darauf aufmerksam machen und uns für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen. Insbesondere vor und nach den abendlichen Tarâwih-Gebeten sollte darauf geachtet werden, die Abendruhe der Anwohner nicht zu stören. Mit Beginn des Ramadans sollte der Vorstand einer jeden Moschee Spenden sammeln, um diese auf dem schnellsten Wege über die Abteilung für Soziale Dienste unserer Religionsgemeinschaft armen und bedürftigen Menschen auf der ganzen Welt zukommen zu lassen.

Ferner müssen gerade wir, denen Gott unzählige Gaben gegeben hat, an die Menschen denken, die nicht einmal ein trockenes Stück Brot zu essen haben. Lasst uns dafür beten, dass dem friedlichen Leben der Menschheit keine Hindernisse mehr im Wege stehen. Wann, wenn nicht diese Zeit, in der – wie der Gesandte Gottes sagte – „die Teufel in Ketten gelegt und die Tore des Himmels geöffnet werden“ werden, ist dafür wohl geeigneter?

Der Gottesdienst des Fastens sollte nicht mit einfachen Gründen unterbrochen oder unterlassen werden. Kein Muslim, der die Worte des Propheten vernommen hat, wird dies tun. Der Gesandte Gottes sagte: „Wer im Ramadan aus reinem Glauben und den Lohn nur von Gott erwartend fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“  In einem anderem Hadîth sagt Gott: „Das Fasten ist für mich, ich werde es belohnen.“

Welch Glück ist denen zuteil, die das Fasten gebührend einhalten! Möge unser Herr unser Fasten und all unsere anderen Gottesdienste annehmen.“

IGMG-Vorsitzender
Yavuz Çelik Karahan

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