Pressemitteilung

Botschaft des Vorsitzenden der IGMG anlässlich der Beraat Nacht

07. September 2006

Die Nacht vom Donnerstag auf den Freitag, der 7. September ist der Vorbote des Ramadans. Es ist die Nacht vom 14. auf den 15. Tag des Monats Schaban, die gesegnete Beraat Nacht. Wir sind froh, diese Nacht der unendlichen Vergebung, Barmherzigkeit und der Hilfe Allahs erreicht zu haben. Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Yavuz Çelik Karahan, gratuliert allen Muslimen zur Beraat Nacht. In der Hoffnung, dass diese Nacht Frieden und Segen für die Muslime und für die Menschheit mit sich bringt, sagte er in seiner Botschaft:

„Die Beraat Nacht ist nach dem Mondkalender die Nacht, die den 14. mit dem 15. Tag des Monats Schaban verbindet. Diese Nacht nennt man wegen ihres Segens die „heilige Nacht“; wegen der Tilgung der Sünden „die Vergebung“ oder „Berae und Sakk“.

Diese Nacht hat fünf Besonderheiten: In dieser Nacht werden wichtige Entscheidungen getroffen. In dieser Nacht sendet Allah teala die Engel aus, damit sie den Betenden Hilfe leisten. Diese Nacht ist die Nacht der Vergebung und Gnade. Die Gebete, die in dieser Nacht verrichtet werden, sind bedeutender als die in den anderen Nächten. In dieser Nacht hat unser Prophet (saw) die Erlaubnis, Fürbitte für die Gläubigen zu leisten.
Diejenigen, die ihre Eltern missachten, die Verblender, solche die Verachtung für die Muslime übrig haben und nicht von schlechten Gewohnheiten ablassen sind von diesen Vorzügen ausgeschlossen.

Allah teala hat einige Tage und einige Nächte über die anderen Tage und Nächte gestellt. Eines dieser besonderen Nächte ist diese Beraat Nacht. Beraat bedeutet das Fernbleiben, das Befreitwerden, die Vergebung erhalten. Während heute das Materielle immer mehr Oberhand über das Geistige gewinnt, ist diese Nacht für die durch Fehler und Sünden immer mehr befleckte Menschheit eine Nacht der Reinigung, eine Nacht der Vergebung. Diese Möglichkeit sollte genutzt werden. Denn wir haben es gerade in dieser Welt, in der alles Beständige wankt, in der sich Menschen erbarmungslos unterdrücken und die Zuschauer genauso die Verantwortung tragen für die Unterdrückung, ist Vergebung mehr als notwendig. Sind wir doch gerade in diesen Tagen, in denen selbst in der islamischen Welt die Achtung vor den Eltern schwindet, der Hass sich ausbreitet und die Menschen sich gegenseitig ermorden, vermehrt von dieser Vergebung abhängig.

Dies ist eine Nacht, die einen segensreiche Wendepunkt in unserem Leben darstellen kann, die Nacht der Vergebung. In dieser Nacht wird niedergeschrieben, was einem Menschen im nächsten Jahr begegnen wird und ein Teil der Menschen kommt auf die Liste derer, die von dieser Welt scheiden werden, selbst das Brot das gegessen wird, das Wasser das getrunken wird, wird niedergeschrieben. Ihr könnt noch so sehr eurem Ego gefolgt und Rechnungen aus Hass und Verachtung erstellt haben und doch könnt ihr schon in der Liste derer stehen, die nur noch abgezählte Tage unter uns weilen werden… Angesichts dessen, lohnt es sich denn, den Menschen gegenüber feindlich zu sein, Herzen zu brechen, zu verachten, statt der Barmherzigkeit den Zorn zu bevorzugen? Sollten wir unser Ohr nicht dem Propheten geben, der diese Nacht seiner Frau Aischa (a.s.) mit folgenden Worten beschrieb:

Diese Nacht ist die fünfzehnte des Monats Ramadan. In dieser Nacht errettet Allah Teala so viele Menschen aus dem Höllenfeuer, wie die Anzahl der Haare der Schafe des Beni Kelb Stammes. Denjenigen, die ihm Götter beigesellen, die nur Hass und Verachtung für die Muslime übrig haben, die ihre Beziehungen zu ihren Verwandten abbrechen, die hochnäsig und eingebildet sind, ihre Eltern missachten und vom Alkohol nicht ablassen, denen schaut er nicht in ihr Antlitz.“
(Buchari, et-Targib ve’t-Terhib, II, 118)

Selbst der Prophet betete in dieser Nacht mit folgenden Worten zu seinem Herrn:

Von deiner Strafe suche ich Zuflucht bei deiner Vergebung, vor deinem Zorn bei deinem Wohlwollen. Ich bin zu schwach um dir auf die Art danken zu können, wie man sollte. Wahrlich du bist der Größte.“
(Et-Tergib, II, 119, 129)

„Wenn die Mitte des Monats Schaban kommt, verbringt eure Nacht mit Gebeten, euren Tag mit Fasten. Mit dem Sonnenuntergang wird Allah in dieser Nacht fragen: „Will niemand von mir eine Vergebung, ich werde ihm vergeben. Will keiner von mir Gaben, ich werde ihm diese geben. Will keiner von mir Gesundheit, dem geb ich Gesundheit.„ „In der fünfzehnten Nacht des Schaban vergibt Allah teala all seinen Geschöpfen, außer denen, die Allah andere Götter beigesellen und ihre Eltern missachten.„
(Ibni Mace, İkametü’s-Salât, 191; Tirmizî, Savm, 38)

Glücklich können sich die schätzen, die vergeben und denen vergeben wird.

Die Beraat-Nacht sollten wir aber nicht nur mit persönlichen Gebeten verbringen. Wir sollten uns in dieser Nacht auch etwas versprechen:

Wir müssen nach Wegen suchen, uns gegenseitig zu Lieben und zu unterstützen, den Zorn in Toleranz, das Vorurteil in das richtige Verständnis, die Ungeduld in Geduld, den Hass und die Verachtung in Liebe, den Eigennutz in Selbstlosigkeit zu verwandeln und alles Gute mit Anderen zu teilen. Um eine heile Gemeinschaft werden zu können, müssten wir den reinen eigenen Nutzen beiseite lassen und unsere Beziehungen auf Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Herzlichkeit aufbauen. Wir müssen versuchen uns gegenseitig zu verstehen und bestehende Differenzen zu lösen, ohne in Konflikten aneinander zu geraten. Und wir müssen auch Fehler vergeben können.„

Wir sind uns sicher, dass eine Gemeinschaft, die sich diese Dinge vornimmt, schon in dieser Welt ihr Paradies haben wird.

Möge die Beraat Nacht eine Kerze für die von den Problemen unserer Zeit gebeutelten Herzen und Seelen sein. Wir wünschen allen Brüdern und Schwestern eine segensreiche Beraat-Nacht und wünschen uns von Allah teala, dass diese Nacht der muslimischen Gemeinschaft Frieden und Zusammenhalt bringt.“

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