Gemeinschaft

Botschaft des Vorsitzenden der IGMG anlässlich der Miradsch-Nacht

19. August 2006

Die Nacht des 20. Augusts vom Sonntag auf den Montag ist die Miradsch-Nacht. Eine mit göttlichem Segen, Wunder und Schönheiten erfüllte Nacht. In dieser Nacht spielten sich zwei der größten Wunder unseres Propheten Muhammed (saw) ab, nämlich die Wunder von Isra und Miradsch. In dieser Nacht ist unser Prophet (saw) zum Miradsch aufgestiegen. Auch wenn wir in diesen Tagen mit Betroffenheit und Trauer Zeuge werden wie in den heiligen Stätten Tränen und Blut vergossen werden, so hoffen wir, dass die Botschaften und Geschenke, die der Prophet (saw) in dieser Nacht empfang, für alle Unterdrückten und Opfer ein Trost und Freude sein wird, wie sie es für die Muslime damals wurden.

Aus diesem Grund beten wir noch einmal dafür, das die Unterdrückung der heiligen Al-Aksa- Moschee ein Ende findet und das dort der Frieden gewährleistet wird. Ich wünsche allen Muslimen und der Menschheit eine gesegnete Miradsch-Nacht und hoffe, dass diese Nacht Frieden und Segen mit sich bringt.

Es waren die ersten Jahre der islamischen Einladung, der Prophet (as) durchlebte zweifellos eine schwierige Zeit. Diese Reise in einer Nacht, die ihn vom Mesdschid-i Haram zur Mesdschid-i Aksa und von dort in die Himmelsebenen führte, zeigte ihm noch einmal die Allmacht des Herrn in all seiner Deutlichkeit. Durch diese Unterstützung erlangte er auch den nötigen geistigen Rückhalt in dieser schwierigen Zeit. Für die Muslime war es eine Probe, die ihre Verbundenheit mit dem Herrn stärkte. Als die Götzenanbeter nämlich mit der Nachricht von der Reise unter die Muslime gingen, in der Hoffnung sie an der Botschaft des Propheten zweifeln zu lassen, wurden sie eines Besseren belehrt. Sie fragten den engsten Gefährten des Propheten, Abu Bakr, ob er denn an diese Nachricht glaube, worauf dieser sagte: „Wenn er es sagt, dann ist es richtig“. Mit dieser Haltung erhielt er den Beinamen „Siddiq“, der Wahrheitsliebende, der Ehrliche. So wurde er auch ein Zeuge für die Verbundenheit der anderen Muslime.

Miradsch ist der Aufstieg der Menschheit von der Hilflosigkeit in die Erhabenheit. Miradsch ist eine grenzenlose Aufstiegsmöglichkeit, die in der Person des Propheten der gesamten Menschheit gegeben wurde, er ist eine Reise zum Sinn des menschlichen Daseins. Das fünfmalige Beten am Tag, das uns auf dieser Reise aufgegeben wurde, stellt den Aufstieg und die Reinigung in unserer geistigen Welt dar.

Dass das Miradsch-Ereignis seinen Anfang in Jerusalem und der Mesdschid-i Aksa genommen hat, zeigt, dass alle Religionen, einschließlich die von den Propheten Jesus und Moses verkündet wurden, im Grundsatz den Einheitsglauben haben und somit Jerusalem für alle drei Religionen ein heiliger Ort ist. Somit darf es demnach keinrn Konflikt zwischen den Anhängern der verschiedenen Religionen geben, sei müssen in Frieden zusammen leben.

Aus diesem Grund müssen wir als Muslime an diesem Abend für uns selbst, unsere Familien und für die gesamte Menschheit noch mehr beten als zuvor. Wir müssen die Gaben, die uns gegeben wurden gerecht teilen und so unsere Verantwortung in der Menschheitsfamilie einnehmen. In dem wir die Tränen um uns herum stillen und Ungerechtigkeiten beenden kommen wir diesem Ziel näher.

Mit diesen Gedanken wünsche ich allen Muslimen eine gesegnete Miradsch-Nacht und hoffe, dass die Gebete in dieser besonderen Nacht zur Einheit der muslimischen Gemeinschaft und zu Frieden und Zufriedenheit in der Menschheit beitragen. Wir beten weiterhin dafür, dass die Wunden, in diesen heiligen Stätten, wo die Isra und Miradschwunder standtfanden, schnell geheilt werden und wieder Gerechtigkeit und Frieden in diese Orte einkehrt.

Yavuz Çelik Karahan

Vorsitzender

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