Pressemitteilung

Botschaft des Vorsitzenden der IGMG anlässlich des „Mawlid an-Nabawi“

18. März 2008

Der Gesandte Gottes wurde zu einer Zeit geboren, in der die Menschheit unter großen Qualen zu leiden hatten. Diese Ära wird als „Zeit der Unwissenheit“ (Dschâhilijja) bezeichnet und war eine Epoche der Sklaverei und Unterdrückung, von der besonders Frauen und schutzlose schwache Menschen betroffen waren. In solch einer Zeit hat der Prophet beispielsweise die Rechte der Frauen gesichert, indem er die Eheschließung vertraglich festhalten ließ und ihr somit einen rechtlichen Status verlieh. Mit den Worten „Die besten unter euch sind diejenigen, die sich gegenüber ihren Frauen am besten verhalten.“ forderte der Prophet die Ehepaare dazu auf, das Recht des Anderen zu beachten und in ihrer Beziehung Liebe und Barmherzigkeit walten zu lassen.

Auch da er selbst den Schmerz eines in jungen Jahren verstorbenen Kindes erlitten hatte, behandelte unser Prophet Kinder mit viel Liebe und Barmherzigkeit. Als Kind, das noch vor der Geburt seinen Vater und im Alter von sechs Jahren seine Mutter verloren hatte, wusste der Gesandte Gottes genau, was es hieß ein Waisenkind zu sein. Aus diesem Grund wurde den Waisen besondere Beachtung geschenkt.

Er war ein Mensch, der mit Kindern scherzte, sie unterhielt und ihnen gegenüber voller Barmherzigkeit war. Er sagte „Wer nicht barmherzig ist, dem gebührt keine Barmherzigkeit.“ und veränderte die Sichtweise seiner Zeit, in der man nichts von der Zuneigung zu Kindern wusste, eine ablehnende Haltung gegenüber Mädchen hatte und sogar so weit ging, diese bei lebendigem Leibe zu vergraben. Unser Prophet machte deutlich, dass es keine Schande ist, der Vater oder die Mutter eines Mädchens zu sein. Vielmehr ist dies eine Quelle des Segens, weshalb kein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gemacht werden darf.

Der Aussage des Verses „Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden.“ [30:22] folgend, stellte der Prophet klar, dass Rassismus ein Verbrechen an der Menschheit ist und alle Menschen dieselben Rechte haben, egal ob sie weiß, schwarz, reich oder arm sind.

Muhammad (saw) sagte in einer seiner letzten Predigten, die als Abschiedspredigt bekannt wurde „Ihr alle seid Kinder Âdams und Âdam ist aus Erde. Der Araber hat keinen Vorrang vor dem Nicht-Araber. Ihr seid alle gleich. Niemand ist dem anderen überlegen“¦“ und lehnte damit jede faschistische Ideologie, die sich auf den Gedanken eines überlegenen Volkes beruft, strikt ab. Außerdem erkannte unser Prophet, dass der Friede nur durch Gerechtigkeit sicherzustellen ist und etablierte an Stelle der Stammesidentität eine auf dem Glauben basierende universelle Brüderlichkeit.

In unserer Zeit, in der die Menschheit unter schmutzigen Kriegen, Invasionen, ethnischen Konflikten und globaler Ausbeutung leidet, ist der Wert der Lehre des als „Barmherzigkeit für alle Welten“ gesandten Propheten Muhammad (saw) immer deutlicher zu erkennen. Wie glücklich dürfen sich diejenigen schätzen, die dem Propheten Folge leisten.

Mit diesen Gedanken möchte ich nochmal all unsere Glaubensgeschwister zu diesem Anlass beglückwünschen und unseren Herrn um eine friedliche Zukunft bitten.“

Vorsitzender der IGMG

Yavuz Çelik Karahan

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