Pressemitteilung

Bundesinnenminister muss Islamfeindlichkeit ernst nehmen

05. Februar 2013

„In der türkischsprachigen Tageszeitung „šZaman‘ ist ein Interview mit Bundesinnenminister Friedrich abgedruckt. Besonders ergiebig waren die Antworten leider nicht. Zur Kritik der Verwendung des Begriffs „šIslamismus‘ antwortet er, solche Begriffe ließen sich nicht so leicht durch staatliche Eingriffe ändern.

Diese Antwort ist äußerst bemerkenswert. Als zuständiger Minister kann er sehr wohl dafür sorgen, dass ihm untergebene und weisungsgebundene Ämter den Begriff „šIslamismus‘ nicht verwenden. Gerade diese Behörden sind es, die durch Verwendung und Vermengung mit muslimischer Religiosität maßgeblich dafür gesorgt haben, dass es eine islamfeindliche Stimmung in Deutschland gibt.

Befremdlich ist auch, dass Herr Friedrich zahlreiche Studien zum Thema nicht zu kennen scheint. Im Interview behauptet er, in Deutschland gebe es keine allgemeine islamfeindliche Stimmung. Wir als Islamische Religionsgemeinschaft machen da ganz andere Erfahrungen. Täglich berichten uns besorgte Muslime über ihre schlechten Erfahrungen, die sie im Alltag machen.

Die Art und Weise, wie der Bundesinnenminister sich der Thematik nähert, spricht für sich – weggucken und ignorieren. Damit lösen wir das Problem nicht. Erforderlich ist Wachsamkeit und dass man Islamfeindlichkeit endlich ernst nimmt, sie registriert und entsprechend handelt.“