Pressemitteilung

CSU-Forderung nach Bevorzugung christlicher Einwanderer ist besorgniserregend

09. September 2016 Bekir Altaş, Generalsekretär
Bekir Altaş, Generalsekretär

„Eine Partei, die Menschen nach ihrer Religionszugehörigkeit unterteilt und benachteiligt, bewegt sich nicht auf dem Boden unserer Verfassung“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich der Forderung der CSU, christlichen Einwanderern Vorrang zu gewähren. Altaş weiter:

„Die Forderung der CSU, Einwanderer nach ihrer Religionszugehörigkeit und ihrer Kultur zu unterteilen erinnert an eine überwunden geglaubte Zeit. Menschen zu unterteilen und sie gezielt zu bevorzugen oder zu benachteiligen wäre ein grober Verstoß gegen die Verfassung. Auch im christlichen Glauben gibt es keinen Platz dafür.

Mit solchen Forderungen begibt sich die CSU in einen gefährlichen Teufelskreis. Sie macht Rechtspopulismus und –extremismus salonfähig und damit die AfD wählbar. Je weiter die Hemmschwelle für rechtsextreme Positionen sinkt, desto schwieriger wird es sein für die demokratischen Kräfte, Gehör zu finden mit sachlicher und nüchterner Politik.

Wir sind zutiefst erschüttert über diesen Vorstoß und können nicht glauben, dass eine etablierte Partei diese Forderung formulieren kann. Es bleibt zu hoffen, dass sich die ‚christsozialen‘ besinnen und weitsichtige Politik machen anstatt Effekthascherei vor Wahlen zu betreiben. Mit Letzterem werden sie keinen Erfolg haben.“

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