Gemeinschaft

Das IGMG-Notfallteam hat die Flutkatastrophenregion in Pakistan erreicht

21. August 2010

Während des Treffens mit Asif Ali Farakh, dem Direktor für Relief & Operation bei PDMA, und dem pensionierten Generaloberst, Amjad Ahmad, hat das IGMG-Team einen umfassenden Überblick über die Situation in dieser Region und die laufenden Rettungs-und Hilfsaktionen erhalten.

Das Ausmaß dieser Naturkatastrophe ist demnach viel größer als beim Tsunami im Dezember 2004 in Südostasien. Ein großer Teil der Infrastruktur wurde zusammen mit vielen Städten und Dörfern durch die Überschwemmungen zerstört. Es wird geschätzt, dass mehr als 500.000 Häuser fortgeschwemmt wurden und dass ca. 2 Millionen Menschen in dieser Region schwer betroffen sind von den Überflutungen.

Hunderte Menschen starben in den ersten Stunden der Überschwemmungen und mehrere Hunderttausende sind immer noch- z. B. in den Kohistan und Sawat Bezirken- komplett von der Außenwelt abgeschnitten, da alle Straßen und Brücken zerstört sind. „Die ganze Region ist derzeit völlig abgeschnitten vom Rest der Welt und Hubschrauber sind das einzige Mittel, um diese Region zu erreichen“, sagte Farakh. Gegenwärtig versorgt die Armee diese verzweifelten Menschen mit Lieferungen per Hubschrauber, die jedoch offensichtlich nicht ausreichend sind.

„Von den katastrophalen Überschwemmungen sind ein Drittel des Landes betroffen. In der täglich ansteigenden humanitären Katastrophe kämpfen die Überlebenden einen verzweifelten Kampf um tägliche Nahrung und Obdach sowie gegen tödliche Krankheiten. Von neuen Regenfällen, die noch mehr Chaos anstiften und den Ausbruch von Epidemien zufolge haben könnten, sind Millionen von Menschen bedroht. Schätzungen über die Zahl der Menschen, die betroffen sind, wurden nach oben korrigiert und liegen nun zwischen 20 und 22 Millionen. Große Teile des Landes stehen weiterhin unter Wasser“, fügte Amjad hinzu.

Der regionale Direktor des United Nations Children’s Fund (UNICEF), Daniel Toole, bezeichnete die Überschwemmungen in Pakistan als „die größte Not auf diesem Planeten bis zum heutigen Tag“.

Ufuk Secgin, der nach dem Tsunami in 2004 zusammen mit dem IGMG-Hilfsteam in Aceh / Indonesien war, erklärte: „Obwohl im Vergleich zum Tsunami in Südostasien die Zahl der Todesopfer auf einer viel niedrigeren Ebene ist, muss die Welt die Dimensionen dieser Katastrophe verstehen und die Hilfsaktionen, die derzeit die Kapazität jeder Regierung oder Organisation übersteigen großzügig unterstützen.“

Diese Informationen, die während der Besprechung mit den Vertretern der PDMA gesammelt wurden, sind für die Planung und Ausführung des IGMG-Hilfsprogramms äußerst wichtig. Die PDMA-Vertreter begrüßten das Angebot der IGMG, ihre Hilfsmaßnahmen zu unterstützen und bedankten sich für ihren Besuch aus so ferner Distanz. Sie gaben die Empfehlung, dass sich das Team bei den Hilfsprojekten auf die Verteilung von Nahrungsmitteln konzentrieren sollte und legten ihnen ferner nahe, mit dem Distrikt-Koordinator für den Nowshera Bezirk zusammenzuarbeiten.

Nach dem Treffen besuchte das IGMG-Hilfsteam die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete im Nowshera Distrikt. Entlang der Hauptstraße waren eine Reihe von Flüchtlingslagern zu sehen, aber auch Hunderte und Tausende von Überlebenden, die nicht gewillt waren, Zuflucht in Flüchtlingslagern zu suchen und die in den meisten Fällen immer noch auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. „Wir haben es vorgezogen, hier zu bleiben, um unser Land und die Überreste unserer Häuser zu schützen“, sagte Ahmad Khan, der die Flut überlebte. Er verwies auf eine große Plastikplane, die an Bäumen notdürftig befestigt war, und sagte, dies sei nun sein Zuhause. Sein Haus lag auf der Hauptstraße zwischen Nowshera und Islamabad. „Wir konnten nur das retten“, sagte Ahmad Khan und zeigte dabei auf ein paar Bündel von schäbigen Kleidern und einigen Utensilien. Sein Haus sei von den Sturzfluten fortgespült worden. „Wir haben unser Leben gerettet, haben aber all unser Hab und Gut verloren“, fügte er hinzu.

Es gab nur ein paar Backsteinbauten zu sehen. Die Schlamm-Häuser hingegen waren alle weggeschwemmt worden. Überlebende suchen unter den Trümmern ihrer zerstörten Häuser nach ihren Habseligkeiten. Es war erstaunlich zu sehen, dass die Überlebenden trotz ihrer desolaten Situation das Fasten während des heiligen Monats Ramadan einhalten. Die Leute nehmen beim Fastenbrechen das wenige Essen und Trinken, das sie auftreiben können, zu sich.

„Diese Menschen haben alles verloren und sitzen buchstäblich unter freiem Himmel und können nichts an ihrer Lage ändern“, sagte Adnan Sahin.

Nachdem es eine detaillierte Bewertung der Verluste und Schäden vorgenommen hatte, kehrte das IGMG-Hilfsteam wieder zurück nach Rawalpindi.

„Wir befinden uns jetzt zusammen mit dem Koordinator des Bezirk PDMA inmitten der Vorbereitungen für die geplante Nahrungsmittel-Verteilung am Sonntag. Der Plan ist, mehr als 1.000 Nahrungsmittelpakete an Familien zu verteilen, die jede Familie für einen Zeitraum von ca. zwei Wochen versorgen wird. Als Muslime ist es unsere Aufgabe zu helfen, und unsere notleidenden muslimischen Brüder und Schwester zu unterstützen. Daher appellieren wir an die Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft in Europa, den Menschen in Pakistan in dieser Stunde der Krise zu Hilfe zu eilen und die Spendenaktionen im Ramadan zu unterstützen“, sagte Ufuk Secgin.

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