Pressemitteilung

Der 11. September – ein Tag zum Innehalten

09. September 2011

„Der 11. September ist ein Tag, an dem wir alle aufgefordert sind, inne zu halten – aus mehreren Gründen. Es ist es ein Tag, an dem wir an die Opfer und die Hinterbliebenen denken und für sie beten müssen. Es ist auch ein Tag, an dem wir uns immer wieder vor Augen führen müssen, welch schreckliche Folgen Gewalt und Terror haben und dass es für solche menschenverachtenden Taten keine Rechtfertigung gibt.

Der 11. September 2001 ist leider auch ein Tag, der den Beginn einer schwierigen Zeit markiert. Ein Tag, der uns allen verdeutlicht hat, dass zivilisatorische Errungenschaften durch den Terror einiger weniger Verbrecher bedroht werden. Wir wurden allesamt Zeugen eines geistigen Umbruches bei dem nicht mehr die Ideen von Frieden, Freiheitlichkeit, Menschenrechten und Pluralismus, sondern Emotionen wie Zorn und Hass sowie Forderungen nach Rache und Vergeltung zu bestimmenden Merkmalen des politischen Diskurses werden konnten. Die Folgen der Anschläge sind in Ländern wie Afghanistan oder dem Irak auch nach zehn Jahren deutlich zu spüren. So hat der sogenannte „Krieg gegen den Terror“ viel Leid, Elend und Todesopfer mit sich gebracht und ein Ende ist nicht in Sicht.

Auch für Millionen Muslime in Deutschland und Europa kennzeichnet der 11. September den Beginn einer Zeit, die geprägt ist von Diffamierung und Ablehnung. Begriffliche Vermengungen des Terrorismus mit dem Islam sowie auf Muslime zugeschnittene Sicherheitspakete, Rasterfahndungen oder verdachtsunabhängige Kontrollen vor Moscheen schafften ein unbehagliches Klima und führten zu einer immer weiter ansteigenden Islamfeindlichkeit.

Heute drückt sich die zunehmende Feindlichkeit nicht mehr in Worten allein aus. Tätliche Angriffe im Alltag und zahlreiche Brandanschläge auf Moscheen sind Produkte dieses Diskurses, wie zahlreiche Studien belegen und islamische Religionsgemeinschaften sowie Muslime tatsächlich erfahren müssen.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass wir uns, um mit den Worten des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble zu sprechen, nicht immer wieder in den Zustand der Erregung, den Terroristen durch Anschläge erzielen wollen, begeben, sondern durch noch mehr Demokratie und Offenheit Stärke und Größe demonstrieren, wie es der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg als eindringlichen Appell nach den Terroranschlägen in Oslo und Utoya formuliert hat.

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