Pressemitteilung

Der Fall Oury Jalloh ist ein tiefdunkles Kapitel

07. Januar 2020
Pressemitteilung

„Der Fall Oury Jalloh ist geeignet, den Glauben an Recht und Gerechtigkeit in seinen Grundwerten zu erschüttern“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des 15. Todestages von Oury Jalloh, der in einer Dessauer Polizeizelle ums Leben gekommen ist. Bekir Altaş weiter:

„Der Fall Oury Jalloh gehört zu den dunkelsten Kapiteln der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Sowohl die Judikative als auch die Exekutive haben versagt. Mehr noch: Dieser Fall hat offen vor Augen geführt, in welche Ohnmacht unser Rechtsstaat verfallen kann, wenn in Deutschland ein Schwarzer Opfer eines mutmaßlich rassistisch motivierten Mordes wird.

Auch die Politik hat sich in den vergangenen 15 Jahren keinesfalls mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil. Sie hat Hand in Hand mit den Ermittlern an dem Strang gezogen, der dem Glauben an den Rechtsstaat den Boden entzieht. Nicht einmal zu einem Untersuchungsausschuss haben sich die Abgeordneten durchringen können. Dabei schreien die aufgeworfenen Fragen und die bisher bekanntgewordenen Fakten geradezu nach weiterer Aufklärung.

Das Bild, welches sich beim NSU-Komplex zeigte, wird auch im Fall Oury Jalloh weitergemalt. Das muss ein Ende haben. Die Aufklärung rassistisch motivierter Verbrechen muss höchste Priorität haben. Alles andere ist ein Schuss nach hinten und stärkt nicht unseren Rechtsstaat, sondern seine Gegner.

Der ‚Initiative in Gedenken an Oury Jalloh‘ wünscht die IGMG weiterhin viel Kraft in ihrem Kampf um Aufklärung. Ihren Einsatz und ihre Ausdauer beobachten wir mit Bewunderung. Unsere Solidarität und Unterstützung sind ihnen sicher.“