Gemeinschaft

Die Islamische Föderation der Niederlande startet mit einer „Tafakkur“-Konferenzreihe ins neue Jahr

11. Februar 2009

An der Podiumsdiskussion des Islamischen Zentrums in Schiedam nahmen Dr.M.Emin Masali aus der Uludag-Universität, Cemal Ergun aus der Sütçü İmam-Universität sowie der Schriftsteller Fahrettin Gün teil. Die Diskussion unter dem Motto „Das richtige Verstehen und Rezitieren des Koran“ wurde geführt vom Vorsitzenden der NIF-Irschad-Abteilung, Ahmed Yilmaz.

Nach einer anfänglichen Koranrezitation von M.Emin Masali ergriff der NIF-Vorsitzende Mehmet Yaramis das Wort und hieß alle Gäste willkommen. In seiner Rede teilte er seine Zufriedenheit mit, dass unmittelbar nach einem Koranrezitationswettbewerb und einer Frauenkonferenz der Schriftstellerin Mine Alpay Gün eine solche Veranstaltung organisiert worden ist. Yaramis drückte auch sein Unverständnis gegenüber der niederländischen Regierung aus, die Nachsicht mit den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen habe. Das Töten von Frauen und Kindern sei mit nichts zu erklären, so Yaramis weiter.

Europäische Regierungen sollten sich von der muslimischen Geschichte ein Beispiel nehmen, die stets alle Menschen gleichbehandelt habe und Juden während ihrer Verfolgung bei sich aufgenommen habe. Anschließend erläuterte Cemal Ergun in seinem Vortrag die Prinzipien des richtigen Rezitierens des Korans. Der Koran, weil kein gewöhnliches Buch, sollte nach einer entsprechenden Vorbereitung rezitiert werden. Um die Bedeutung der Verse nicht zu verändern, solle zudem nicht hastig nach Tadschwidregeln rezitiert werden.

Auch die Betonung sei beim Rezitieren sehr wichtig: sie solle den Inhalt besser verständigen. Nach Cemal Ergun nahm Dr.M.Emin Masali das Wort und sagte, dass der Koran seit seiner Offenbarung ein Buch für die ganze Menschheit und über alle Zeiten sei. In seiner Rede unterstrich er die zentralen Punkte des richtigen Verstehens. Im Koran sei dies neben dem rationellen Denken auch im Herzen verankert. Beim Rezitieren solle man daher eine innere Verbindung mit dem Koran aufbauen und seine Botschaften zu verstehen versuchen. „Denn der Koran hat für uns Menschen stets ein Ziel, das wir zu entschlüsseln versuchen. Der Koran ist außerdem ein Werkzeug für das Verstehen der eigenen Person sowie des Gottes und der Menschheit. So kann man sagen, dass das wahre Verstehen des Korans kein mentales, sondern ein reales Verstehen ist: wenn wir seine Gebote verinnerlichen und danach leben“, fuhr Masali in seinem Vortrag fort.

Als letzter Redner der Podiumsdiskussion behandelte Fahrettin Gün den Koran anhand von Gedichten. Im zweiten Teil seines Vortrags ging er auf die Schwierigkeiten des türkischen Schriftstellers Mehmet Akif ein, die er bei der Deutung des Korans zu bekämpfen hatte.

Nach der Podiumsdiskussion schenkte die Schriftstellerin Mine Alpay Gün der Föderation ihren Schmuck und stellte ihn der Versteigerung frei. Für den Schmuck wurde ein Höchstgebot von 600 Euro abgegeben, das in das neue Gebäude der Föderation investiert wird.

Die zweieinhalbstündige Podiumsdiskussion wurde mit einer Koranrezitation von Cemal

Ergun abgeschlossen. Die fünfte „Tafakkur“-Konferenz findet am Sonntag, den 15. Februar in Anwesenheit des Predigers Mahmut Toptas statt. (ab)

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