Pressemitteilung

Edward Said ist gestorben

27. September 2003

Am Mittwoch verstarb der 67-jährige Edward Said in New York an Leukämie. Edward Said, christlicher Palästinenser, geboren in Jerusalem, aufgewachsen in  Kairo, lebte seit seinem siebzehnten Lebensjahr in den USA.  Seit 1963 lehrte er an der Columbia University Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft.

In Erinnerung bleibt Said als angesehener Fürsprecher der Palästinenser. Dabei vertrat er eine Position fernab einer banalen Parteilichkeit. So lehnte er zwar das Osloer Friedensabkommen ab, weil darin die Belange der palästinensischen Flüchtlinge nicht berücksichtigt wurden, auf der anderen Seite kritisierte er die PLO und ihre Führung wegen Korruption und Machtmissbrauch. Die Forderung von ihm: ein demokratischer Prozess.
 
In einem Aufsatz aus dem Jahre 1999 sagt er in der NYT: ‚Ich sehe keinen anderen Ausweg, als anzufangen darüber zu sprechen, das Land das uns zusammengebracht hat aufzuteilen. Es aufzuteilen in einem wahrlich demokratischen Prozess, mit gleichen Rechten für alle Bürger. Es kann keine Aussöhnung geben, solange beide Völker, zwei Gemeinschaften des Leidens, nicht erkennen, dass ihre Existenz eine weltliche Tatsache ist – und als solche auch behandelt werden muss.‘

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