Pressemitteilung

Erbakan sagt Teilnahme an Islam Tagung in Weikersheim ab

16. Mai 1998

Erbakan sagt Teilnahme an Islam Tagung in Weikersheim ab

Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) Mehmet Erbakan hat seine Teilnahme an der Tagung „Der fundamentalistische Islam“ im Studienzentrum Weikersheim abgesagt. Die Tagung soll an diesem Wochenende stattfinden.

Als Grund für die Absage wurde angegeben, man habe nicht mehr den Eindruck der Veranstalter wolle sich objektiv mit dem Thema befassen, sondern mit dem Auftreten Erbakans nur die anti-islamische Hetze der übrigen Beiträge kaschieren. In dem Absage-Brief heißt es: “ …der Titel ihrer Veranstaltung setzt die Existenz eines „fundamentalistischen Islam“ voraus, ohne dies an sich zu diskutieren, insofern käme jede Teilnahme an ihrer Veranstaltung einer Akzeptanz dieses Begriffes gleich, was für uns nicht hinnehmbar ist“.

In dem Brief heißt es zu dem Vortrag „Islam: Rechtsextreme Ideologie unter religiöser Tarnkappe im Konflikt mit der westlichen Demokratie“ von Herrn Radatz. Ein solcher Titel stellt eine Beleidigung des Islam dar. Es handelt sich um eine Definition und nicht um eine Diskussionsthese. Der Titel spricht dem Islam -und nicht etwa einer wie auch immer gearteten fundamentalistischen Lesart- kategorisch die Eigenschaft eine Religion zu sein ab und degradiert den Islam zu einer Ideologie. Die Teilnahme an einer Tagung bei der meine Religion beleidigt wird und ihr nicht der mindeste Respekt entgegengebracht wird ist für mich unmöglich. Das Studienzentrum Weikersheim, selbst eine sehr umstrittene Einrichtung, die sich selbst oftmals dem Vorwurf „rechtsextreme Kaderschmiede“ und ein „Scharnier zwischen Konservatismus und Faschismus“ zu sein ausgesetzt sieht, hätte gerade bei den Vorträgen bei denen eine Weltreligion mit einer rechtsextremen Ideologie gleichgesetzt wird, sensibler sein müssen.“