Pressemitteilung

Erklärung des Zentralinstituts Islam Archiv zum Umgang mit Juden begrüßt

05. November 1997

Das Zentralinstitut Islam Archiv in Soest hat in einer Erklärung vom gestrigen Tage darauf hingewiesen, daß das Institut in der Zeit der Naziherrschafft sich praktisch gleichschalten ließ,  die Aufnahme jüdischer Mitglieder sei durch Satzungsänderung ausgeschloßen worden und man habe sich an der antisemitischen Propaganda beteiligt. In der Erklärung heißt es weiter,  daß die damalige Haltung mit islamischen Grundpositionen wie der strikten Ablehnung des Rassismus in jeder Form unvereinbar ist. In der Erklärung entschuldigt sich das Institut ausdrücklich.

Der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) hat die Erklärung des Islam Archivs als mutigen und anerkenneswerten Schritt bezeichnet. Generalsekretär Erbakan wies darufhin, daß die Mehrheit der heute in Deutschland lebenden Muslime, die Türken, wie so oft in ihrer Geschichte gerade in der Zeit der Naziverfolgung, wie schon so oft in der Geschichte, aus Europa flüchtenden Juden Zuflucht und Asyl geboten haben. Die Türkei habe von den in die Türkei geflüchteten Juden sehr profitiert. Außer, daß sie zur kulturellen Vielfalt beigetragen haben, hätten viele Juden geholfen den europäischen Stand von Wissenschaft und Technologie  in die Türkei zu bringen.

Erbakan sprach sich neben dem Islamisch-Christlichen Dialog auch für eine Stärkung des islamisch-jüdischen Dialogs aus, der leider nur in Ansätzen existiere. Die Gläubigen aller Religionen müßten so Erbakan: „Die Zeichen der Zeit erkennen und gerade in einer Zeit in der Religiosität insgesamt bedroht ist und in der der unersetzbare Beitrag der Religionen zum Gemeinwesen immer häufiger verkannt wird“ zu effektiven Formen der Kooperation finden.

IGMG Generalsekretär Erbakan kündigte eine neue Initiative im islamisch-jüdischen Dialog an. Er sagte man werde im Rahmen  eines Aktionsplans bewußt auf jüdische Gemeinden zugehen. Er wies daraufhin, daß auch Muslime häufig nicht erkennen das Juden und Muslime in unserer Gesellschaft oft den gleichen Problemen ausgesetzt sind. Ein Dialog sei immer schwieriger als kein Dialog und sei anstrengend aber man habe einen religiösen Auftrag ihn zu führen. Ein ernsthafter Dialog so Erbakan weiter könne sogar Vorbildfunktionen den Nahen-Osten haben.