Freitagspredigt

Erziehung von guten Nachkommen – Hutba

23. Juli 2004

Verehrte Muslime,
Eine Jugend zu erziehen, die ihr religiöses und ethisches Erbe bewahrt, sich für die Zukunft mit all dem nötigen Wissen und Fertigkeiten ausstattet, die selbstständig auf ihren eigenen Füßen stehen und die Werte, an die sie glaubt, in die Zukunft transportieren kann, ist Teil des Gebetes und des Ideals ein jeden Propheten. Auch jeder vernünftige Philosoph oder Staatsmann wurde von diesem Wunsch geleitet. Die im Koran genannten Propheten und Gläubige, deren Gleichnisse wir kennen, haben immer versucht, in ihrer Epoche eine gute, vortreffliche Generation zu erziehen und so die Verantwortung, die ihnen mit der Offenbarung gegeben wurde, vertrauenswürdigen Generationen zu überlassen bevor sie von dieser Welt gingen. Darauf weisen auch die Gläubigen, die im Koran „O unser Herr! Mache uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde Gottergebener.„ (Al-Baqara 2, 128) beten hin. Wie richtig ist doch die Aussage des Kalifen Omar, der sagte: „Völker, deren junge Generation nicht für ihre eigenen Werte eintritt, sind verloren.„

Lieber Brüder und Schwestern,
Der Islam ist bist heute auf den Schultern von vortrefflichen und jungen Generationen groß geworden und ist über Jahrhunderte zu uns gekommen. Einen Großteil der ersten Muslime bildeten junge Menschen. Gerade diese bildete der Prophet (saw) mit der Offenbarung aus und übergab die Verantwortung des Islams diesen. Über diese sagte er: „Die beste Generation ist die, mit der ich zusammenlebe…„ und „Meine Gefährten sind wie Sterne, welchem ihr auch folgt, ihr werdet die Wahrheit finden.“ Unser Herr gibt uns im Koran genügend Beispiele über junge Menschen, die der Vielgötterei und der Unterdrückung ihrer Zeit ihren Glauben entgegenhalten, „die Höhlen-Freunde“ (al-Kahf 18, 13), oder der, in dem damals in Sünde und Auflehnung versinkenden Ägypten, dem wertelosen Leben das Gefängnis vorziehende Jusuf (a.s) (Yusuf 12, 30). In einer Zeit, in der sich die Geschichte wieder wiederholt und wir uns in einer negativen Entwicklung, was menschliche Werte betrifft, befinden, wird es immer wichtiger, eine Jugend zu erziehen, der wir unsere Religion, unsere Werte und unsere Zukunft anvertrauen können.

Verehrte Gläubige,
Eine Gemeinschaft kann nicht überleben, wenn sie ihre eigene Jugend nicht erziehen kann. Obwohl sowohl Koran und Sunna von uns immer wieder fordern, unsere Kinder auf die beste Art und Weise zu erziehen und diese auszubilden, können wir nicht einmal die Möglichkeiten zu genüge nutzen, die die Gesellschaft uns bietet. Geschweige denn können wir mit eigenen Möglichkeiten diesen Geboten Folge leisten. Weder das Lesen von Büchern, noch der Konsum von Tageszeitungen gehören zu unseren regulären Gewohnheiten. Doch wie sollen wir so die Generation der Zukunft ausbilden?

Unsere Aufgaben können wir wie folgt zusammenfassen: Als erstes müssen wir die Grundlage für all unsere Werte, unsere Religion, an unsere Nachkommen weitergeben. Weiterhin müssen wir dafür sorgen, dass unsere Nachkommen eine gute und hohe Ausbildung erhalten, die ihnen den Weg in die Zukunft offen hält. Die Jugend ist unser größtes Geschenk Gottes und unsere größte Verantwortung. Teil unserer Verantwortung ist es, diese zu einem aufrichtigen, fleißigen, nützlichen, dem Guten dienenden Menschen zu erziehen. Einem Menschen fern von Hass, Lügen, Betrug und Zwietracht.

Wir müssen uns also, ohne noch mehr Zeit vergehen zu lassen, uns unserer Jugendlichen annehmen. Wir müssen sowohl für ihre weltliche, als auch ihre religiöse Erziehung sorgen. Sowohl ihre schulischen Leistungen zu verfolgen, als auch sie in Moscheen und Koran-Kursen ihre Religion lernen zu lassen, muss eine Selbstverständlichkeit sein. Nur so werden sie am Ende sowohl sich selbst, als auch für ihr Umfeld nützliche Menschen sein.

Ich will die heutige Hutba mit dem Gebet Abrahams (as) und Ismails (as) beenden: „O unser Herr! Mache uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde Gottergebener. Und zeige uns unsere Riten und kehre Dich uns zu; denn siehe, Du bist der Vergebende, der Barmherzige.„ (Al-Baqara 2, 128)

IGMG Seelsorge-Öffentlichkeitsarbeit