Pressemitteilung

Fall des toten Asylbewerbers Oury Jalloh erschüttert Vertrauen in Polizei und Justiz

16. November 2017

„Der Fall Oury Jalloh macht wütend und sprachlos. Der Gedanke, dass ein Asylbewerber in Polizeigewahrsam ermordet sein könnte, ist unerträglich. Der Fall gehört lückenlos aufgeklärt“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist ein „Monitor“-Bericht (WDR), wonach der 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte Asylbewerber Oury Jalloh mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet worden ist. Ein Oberstaatsanwalt soll sogar konkrete Verdächtige aus den Reihen der Polizeibeamten genannt haben. Bekir Altaş weiter:

„Der Verdacht, dass der Asylbewerber Oury Jalloh in Polizeigewahrsam von Polizeibeamten ermordet sein könnte, macht wütend und sprachlos. Nicht minder schlimm ist die Vorstellung, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellen will, obwohl es stichhaltige Befunde in der Akte geben soll, die für einen Mordfall sprechen.

Die Politik ist umgehend aufgefordert, diesen Fall zur Chefsache zu machen und lückenlos aufzuklären. Das Vertrauen der Menschen in die Sicherheitsbehörden und in den Justizapparat hat bereits wegen dem NSU-Komplex einen tiefen Riss bekommen. Die Landesregierung muss alles in ihrer Macht stehende tun, damit dieser Riss mit dem Fall Oury Jalloh nicht größer wird.

Wir erwarten zudem durchgreifende Maßnahmen für die Zukunft, damit solche Skandale ausgeschlossen werden. Beginnen könnte die Politik mit der Umsetzung der Handlungsempfehlungen der NSU-Untersuchungsausschüsse.“