Pressemitteilung

FES-Studie: Steigende Ausländer- und Islamfeindlichkeit ist beängstigend

13. November 2012

„Laut Studie verharren rechtsextreme Einstellungen in Deutschland auf einem hohen Niveau. In Westdeutschland hat jeder fünfte Bürger eine ausländerfeindliche Einstellung, in Ostdeutschland sind 39 % manifest ausländerfeindlich. Zum Vergleich: 2006 betrug diese Quote in Ost- wie Westdeutsche 25 %. Noch dramatischer sind die Befunde zu Islamfeindlichkeit. Laut Studie werden islamfeindlichen Aussagen von etwa 50 bis nahezu 60 % der Befragten ganz oder überwiegend zugestimmt. Die Zustimmungswerte bei der Islamkritik liegen sogar bei über 60 %. Laut FES zeigt sich, dass sich Rassismus in hohem Maße auf den Islam verschiebt und damit im neuen Kleid des Kulturalismus daherkommt.

Diese Befunde sind wichtige Warnsignale an die Politik. Sie ist aufgefordert, unverzüglich wirksame Maßnahmen zu ergreifen und dagegen zu steuern. Was ist zu tun? Dazu gibt die Studie mehrere mögliche Antworten. Eine davon: Islamfeindlichkeit ist dort am höchsten, wo die wenigsten Muslime leben. Das bedeutet, dass die Islamfeindschaft größtenteils auf Vorurteilen beruht und nicht auf persönlichen Erfahrungen. Hier ist staatliche Aufklärung nötig und Stärkung der Zivilgesellschaft gegen Rechts.

Ein weiterer besorgniserregender Befund ist der nach wie vor weitverbreitete Antisemitismus. Laut Studie ist dies auch in der muslimischen Bevölkerung ausgeprägt. Auch hier sind sowohl der Staat als auch die islamischen Religionsgemeinschaften aufgefordert, noch aktiver zu werden. Die IGMG selbst ist vielfältig aktiv und hat zuletzt mit dem Plakatwettbewerb „šFür eine Kultur der Vielfalt – gegen Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit‘ ein Zeichen gesetzt. Die Plakate werden in den kommenden Wochen und Monaten bundesweit in allen IGMG-Gemeinden ausgehängt. Darüber hinaus werden die Plakate in den IGMG-Publikationen „šPerspektif‘ und „šCamia‘ mit einer Gesamtauflagenzahl von ca. 200.000 abgedruckt. Außerdem werden mehrere Exemplare der Plakate 150 ausgewählten Institutionen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Um es kurz zu fassen: Es gibt Handlungsbedarf – auf verschiedenen Ebenen und in viele Richtungen. Wenn wir nicht wollen, dass in einigen Jahren die Zahlen weiter ansteigen, müssen wir gemeinsam anpacken. Die IGMG ist bereit dazu. Was wir vermissen, ist staatliche Unterstützung oder zumindest die Unterlassung von Kampagnen, die das Zusammenleben erschweren und selbst Vorurteile schüren und Ressentiments stützen, wie die jüngste Vermisst-Plakataktion des Bundesinnenministeriums.“

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