Irschad

Festtagshutba: Ramadanfest 1440

03. Juni 2019

Verehrte Muslime!

In einem Hadith Kudsî sagt Allah (swt): „Das Fasten wird meinetwegen begangen, und die Belohnung dafür werde ich geben. Für mich verzichtet mein Diener auf sein Essen, Trinken und sein körperliches Verlangen. Das Fasten ist ein Schutzwall. Dem Fastenden stehen zwei Freuden bevor: Wenn er sein Fasten bricht, ist er voller Freude und wenn er seinem Erhalter (am Tage des Jüngsten Gerichts) begegnet.“[1]

Alhamdulillâh! Nach dem Ramadan haben wir nun den eigentlichen Iftar, also das Ramadanfest erreicht. Der gesegnete Monat, der uns heute zusammenbringt, ist leider vorüber. Das macht uns etwas traurig. Aber wir sind auch glücklich, denn wir haben die gesegneten drei Monate, die Kandil-Nächte und den Ramadan erleben dürfen und feiern nun voller Freude das Ramadanfest. Wir danken Allah dafür. Ein gesegnetes Fest euch allen! Möge Allah uns ermöglichen, ihm im Paradies zu begegnen.

Liebe Geschwister!

In einem Koranvers heißt es: „Haltet allesamt an Allahs Seil fest, und zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnadenerweise Allahs euch gegenüber, als ihr Feinde wart und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet, und als ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch ihr entriss. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch leiten lasst.“[2] Und unser Prophet ﷺ sagte: „Der Gläubige ist dem Gläubigen wie ein Mauerwerk: Ein Teil davon hält den anderen fest.“[3]

In diesem Sinne, also in einer Atmosphäre der Geschwisterlichkeit, Solidarität und Einheit haben wir den Ramadan verbracht. Unser Ziel war und ist es, Allahs Zufriedenheit zu gewinnen.
Hierfür haben wir mit unserem Nafs gekämpft. Mit jedem Iftar haben wir die Geduldsprobe aufs Neue bestanden. Im Tarâwîh-Gebet haben wir die Freude der Gemeinschaft gespürt und den Zusammenhalt durch unsere Sadaka, Zakat- und Fitra-Abgaben. Unseren Geist haben wir durch den Koran versorgt, den wir gelesen und dem wir zugehört haben.

Verehrte Muslime!
Festtage erinnern uns an die Ehre und Verantwortung als Muslime. Sie zeigen uns, was die wahren Werte unserer barmherzigen Religion sind. Das Gebot des Fastens reinigt den Nafs von Krankheiten. Das anschließende Fest führt den gereinigten Menschen zu seiner Fitra, seiner eigentlichen Natur zurück. Wir Muslime werden das Fest inschallah in Übereinstimmung mit unserer Fitra verbringen, in Geschwisterlichkeit, mit Versöhnung und Verwandtschaftsbesuchen.

Jeder Streit und Konflikt werden an diesen Tagen beiseitegelegt. Denn Festtage sind ein guter Anlass, um sich zu versöhnen und dem anderen zu verzeihen. Wir werden das Fest nutzen, um Ältere, Verwandte, Freunde und Nachbarn anzurufen oder am besten zu besuchen.

Während Festtage für uns eine Freude sind, geht es bedürftigen Menschen leider nicht so gut. Besonders an Tagen wie heute dürfen wir sie nicht vergessen. An Festtagen besuchen wir uns gegenseitig. Das stärkt auch die Einheit und Geschwisterlichkeit untereinander, denn wie unser Prophet so schön sagt: „Alle Muslime sind Geschwister.“[4]

Was wir im Ramadan gelernt und uns angewöhnt haben, werden wir inschallah ein Leben lang weiterführen. Ganz im Sinne des Korans, in dem es heißt: „Und diene deinem Erhalter, bis die Gewissheit (der Tod) zu dir kommt.“[5]

Liebe Geschwister!

Wer die Zakat und Fitra noch nicht gezahlt hat, kann das noch tun und sie am besten gleich nach dem Gebet den Verantwortlichen übergeben.

Mögen Allah uns noch viele schöne Festtage erleben lassen. Euch allen ein gesegnetes Ramadanfest.

[1] Buhârî, Tawhîd, 35, Hadith Nr. 7492
[2] Sure Âli Imrân, 3: 103
[3] Buhârî, Salât, 88, Hadith Nr. 459; Muslim, Birr wa Sıla, 65, Hadith Nr. 4684
[4] Sure Hudschurât, 49:10
[5] Sure Hidschr, 15:99

Festtagshutba-Ramadanfest 1440

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