Irschad

Fetsttagspredigt: Das Kurbanfest

24. September 2015 Minbar
Minbar

Verehrte Muslime!

Die Hadsch-Pilger haben sich gestern auf dem Arafat zur Wakfa versammelt. Sie haben ihre Hände zu Allah emporgehoben und Duâs gesprochen. Heute werden sie den Teufel symbolisch steinigen und den Tawâf um die Kaaba ausführen. „Labbayk Allâhumma Labbayk“. Mit diesen Worten begann der Hadsch. Mit den Worten „Allâhu akbar, Allâhu akbar, Lâ ilâha illallâhu wallâhu akbar“ werden nun die Opfertiere dargebracht.

Verehrte Muslime!
Die Weisheit der Hadsch und des Kurbans liegt darin, den Muslimen zu Takwâ zu verhelfen. Sie sollen ein Bewusstsein für ihre Dienerschaft und Dankbarkeit für Allahs Gaben entwickeln. Im Koran heißt es: „Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Allah, jedoch erreicht ihn eure Frömmigkeit. So hat er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah dafür preist, dass er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde den Rechtschaffenen frohe Botschaft!”[1]

Der Kurban ist eine Form der Dankbarkeit. Selbst wenn wir nicht zum Hadsch fahren, sind wir verpflichtet, dort, wo wir uns befinden, zu opfern. Denn auch unser Prophet sagte: „Es ist Pflicht, dass jede Familie jedes Jahr ein Kurban darbringt. Mir ist befohlen, am Tag des Kurban den Festtag zu begehen. Diesen Tag hat Allah zu einem Festtag für die Umma gemacht.“[2]

Liebe Gemeinde!
Festtage sind Tage der Freude. Der Kurbanfesttag wird gefeiert, indem man mit seinen Verwandten und Freunden zusammenkommt, sich geschwisterlich umarmt, allen Streit beiseitelegt und sich gegenseitig beschenkt.

Dies sind ein Zeichen der Dankbarkeit und der Hingabe gegenüber Allah. Der Koranvers weist bereits darauf hin, dass nicht das Blut des Kurbans, sondern einzig und allein unsere Takwâ Allah erreicht. Takwâ bedeutet, sich vor Allah zu fürchten. Jedoch nicht, weil Allah furchteinflößend sei. Takwâ ist die Angst, Allahs Wohlwollen zu verlieren. Aus dieser Sorge heraus wächst in uns ein Bewusstsein für unsere Dienerschaft gegenüber Allah. Unser Herz füllt sich mit Aufrichtigkeit, Güte und Freude.

Unsere Opfertiere sind Zeichen unserer Dankbarkeit und unserer Takwâ. Wir verschenken mindestens ein Drittel des Kurbanfleisches an Bedürftige, Verwandte und Freunde. Viele unter uns haben ihren Kurban an Menschen an weit entfernten Orten gespendet. Damit möchten wir diese Tage in wahre Festtage verwandeln und unsere Verbundenheit mit unseren Geschwistern der Umma ausdrücken. Wir schließen unsere Geschwister in unsere Arme und teilen unsere Freude mit ihnen.

Möge Allah die Umma beschützen. Mögen das Kurbanfest zu einem wahren Fest für alle werden, auch wenn manche unserer Geschwister viel Leid zu ertragen haben. Gesegnet sei unser aller Fest!

[1] Sure Hadsch, 22:37
[2] Abû Dâwûd, Dahaya, 1-2., Hadithnr. 2788-2789

Fetsttagspredigt: Das Kurbanfest

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