Pressemitteilung

Frankreich: IGMG wünscht den Hinterbliebenen und dem französischen Volk Geduld, Kraft und Zusammenhalt

20. März 2012

„Sieben Menschen wurden getötet. Offensichtlich haben die Täter aus antisemitischen und fremdenfeindlichen Gründen gehandelt. Die Opfer sind jüdischen Glaubens, haben Wurzeln, die außerhalb Frankreichs liegen.

Aber auch unabhängig von möglichen Motiven der Täter sind solche Gräueltaten menschenverachtend. Nun muss genauestens hingeschaut und überprüft werden, wie es dazu kommen konnte. In diesem Zusammenhang müssen auch Statements von Politikern analysiert und hinterfragt werden. Denn es ist Fakt, dass diesen Taten wochenlange ausländerfeindliche Stimmungsmache von französischen Regierungspolitikern im Zuge des Wahlkampfes vorausgegangen sind.

Überall dort, wo auf dem Rücken von Minderheiten Politiker auf Stimmenfang im rechten Spektrum gehen, häufen sich die Übergriffe. Die Täter handeln im vermeintlichen Glauben, sie setzten das Unausgesprochene um oder täten das, was andere sich nicht trauen. Der Zusammenhang zwischen Stimmungsmache vonseiten der Politik und die Wirkung dessen auf Menschen – transportiert über die Medien – ist wissenschaftlich mehrfach belegt. Schweigeminuten nach solchen Taten, wie es der französische Staatspräsident Nikolas Sarkozy verordnet hat, sind wichtig, unterm Strich aber nur Symbolik. Wichtiger ist es, dass Politiker grundsätzlich vermeiden, Wahlkampf auf dem Rücken von Minderheiten zu betreiben.

Denn Politik zu Lasten von Minderheiten ist immer auch eine Politik zu Lasten der Gesamtgesellschaft. Sie treibt einen Keil in die Gesellschaft und spaltet. Die Quittung lässt nie lange auf sich warten. Und „šdiese schreckliche Tat ist bezeichnend für eine Gesellschaft, in der sich die Intoleranz ausbreiten darf‘, sagte Pinchas Goldschmidt von der Konferenz der europäischen Rabbiner. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die IGMG macht bereits seit Jahren auf diese Zusammenhänge aufmerksam und setzt sich europaweit für mehr Sachlichkeit ein. Sie wird das so lange tun, bis auch der Letzte verstanden hat, dass Rechtspopulismus das große Problem unserer Zeit ist.“

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