Freitagspredigt

Freundschaft und Dialog – Hutba

30. Juli 2004

Verehrte Muslime,
Der Islam ist die letzte offenbarte Religion. Sie ist die angemessene Religion für den Verstand und die Natur des Menschen. Der Islam bereitet den Menschen auf die beste Art und Weise auf das gesellschaftliche Zusammenleben vor. Der Mensch lebt immer in einer sozialen Umgebung. Er ist kein Wesen, das dafür bestimmt ist, sein Leben einsam und als Einsiedler zu verbringen. Jeder Mensch hat ein bestimmtes soziales Umfeld, mit dem der Mensch auch in Kontakt treten sollte. Er sollte mit ihnen freundschaftlich verkehren, gut mit ihnen auskommen und sie sollten sich gegenseitig helfen.

Gebote unserer Religion wie Fitra und Zekah verbinden die Menschen materiell, Aufgaben wie die Hadsch führen Muslime aus der gesamten Welt zusammen. Unsere Religion sieht also für die Pflege von zwischenmenschlichen Beziehungen sowohl materielle als auch körperliche Praktiken vor. Diese Gebete und Gebote sollen nicht nur der eigenen seelischen Ertüchtigung dienen, sondern auch eine Verbindung zwischen tausenden gläubiger Herzen bilden.

Unsere Religion fordert von ihren Gläubigen gerade nicht, dass sie düster und mürrisch durch das Leben gehen, sondern ihrem Umfeld immer wieder ein Lächeln und ein gutes Wort schenken.

Das Antlitz eines Muslims sollte keine Mauer für den Gegenüber sein. Ein Muslim sollte ein unterhaltsamer Mensch sein, der sich für die Probleme und Belange des anderen interessiert und sich um diese kümmert. Diese Art des Menschen war das Ziel der Erziehung des Propheten.

Unser Herr sagt im Koran dazu:
„Und sei gegen die Menschen nicht hochfahrend und stolziere nicht eitel auf der Erde herum. Siehe, Allah liebt keinen eingebildeten Prahler.“ (Luqman 31, 18)

Die Worte unseres Propheten sind ebenso klar und deutlich:
„Der Gläubige ist freundschaftlich und versteht sich mit anderen gut. Bei einem Mumin, der dies nicht tut, ist nichts Gutes. “

„Sprich mit den Menschen soweit ihr Verstand es aufnimmt, rede auf ihrem Niveau.“

„Wer nicht freundschaftlich ist, dem gebührt keine Freundschaft. Muslim ist der, der selbst freundschaftlich ist und zu dem man freundschaftlich ist. Wer nicht freundschaftlich ist, bei dem ist nichts Gutes.“ ( Ramuzul Ehadis. S:231)

„Der Gläubige, der sich unter die Menschen mischt und dem Pein und den Belästigungen von diesen mit Geduld widersteht, ist besser als der, der sich nicht unter die Menschen begibt und sich von diesen entfernt und der Pein und den Belästigungen von diesen entflieht.“ ( Camius-Sagir, Band:6 /9154)

Verehrte Gemeinde,
Umarmt mit euren gottgegebenen warmen Herzen alle Menschen. Seid freundschaftlich zu diesen und haltet den Dialog mit diesen aufrecht und sollte dieser noch nicht bestehen, dann sucht nach Wegen, einen Dialog aufzubauen. Wir sind alle Kinder Adams. Wir einigen uns durch unsere Worte und teilen unsere Sorgen durch diese Worte mit.

Besonders um euren eigenen Kindern als ein gutes Beispiel voran zu gehen und gegenüber euren Nachbarn sollten wir immer die Schönheit unserer Religion durch unser freundliches Auftreten, aber auch gerade durch unser freundliches Sein, durch unsere warmen Worte und unserem Lächeln auf unseren Lippen, also durch unser Handeln und durch unsere Worte an den Tag legen. Lasst uns sowohl über den Islam erzählen, als ihn auch erleben, um sowohl uns gegenüber als auch der anderen Menschen gegenüber unsere Verpflichtung erfüllen zu können.

IGMG Seelsorge – Öffentlichkeitsarbeit