Gemeinschaft

Gesprächskreise beim „Haus Allahs“

25. April 2011

Zum täglichen Programm der IGMG-Jugend gehören die kurzen Gesprächszirkel vor dem Geburtshaus Muhammads (saw) nach dem Morgengebet. Nach dem Nachtgebet treffen sich die jungen Pilger wieder am selben Platz, um gemeinsam die Kaaba zu umkreisen (Tawâf).

Besonderes Interesse gilt aber den Darul-Erkam-Gesprächskreisen. Diese werden täglich in Regie des Bildungsverantwortlichen der Jugendorganisation, Ünal Ünalan, organisiert. Ünalan ist ebenso der Koordinator der Irschad-Programme der Umra 2011. „Wir möchten, dass unsere Jugendlichen ihre Zeit in bester Weise verbringen. Die Umra soll eine unvergessliche Reise werden. Zugleich ist es unser Wunsch, dass sich unsere Jugend durch die Umra ihrer Religion und Verantwortung vor Allah bewusst werden“, sagt Ünalan.

In diesem Sinne werden auch die Darul Erkam-Treffen ausgerichtet. Darul Erkam bedeutet „Haus des Erkam“ und meint das Haus des Arkam bin abil Arkam. In seinem Haus trafen sich die allerersten Muslime insgeheim mit dem Gesandten Allahs, um den Islam zu erlernen. Dies war die erste „Schule“ des Islams. Muslime wie Abu Bakr (ra), Umar (ra), Uthmân (ra), Ali (ra), Hamza (ra) und Mus’ab bin Umayr (ra) waren die ersten „Schüler“ der „Darul Erkam-Schule“.

Zu den bisher durchgeführten Gesprächszirkeln wurden Nihat Çiftçi (Verantwortlicher der Pilgergruppe Rhein-Neckar-Saar) und Abdrurrahman Polat (ehemaliger Vorsitzender der Jugend Hessen) als Hauptreferenten eingeladen. Während beim ersten Treffen Çiftçi über die Erschaffung des Menschen und die damit einhergehende Verantwortung sprach, ging Polat beim zweiten Gesprächszirkel auf den Glauben (İmân) ein. Nur der Glauben sei der Grund, weshalb sich so zahlreiche junge Menschen auf den Weg machen, um alles hinter sich zu lassen und hier in Mekka der Gast Allahs zu werden.

Die von İsmail Karadöl und Cengiz Dönmez von der IGMG-Jugendorganisation moderierten Darul Erkam-Gesprächszirkel wurden von je einem gastgebenden Regionalverband getragen. Beim ersten Treffen begrüßten deshalb Ufuk Seçgin (Landesverband Großbritannien) und Süleyman Boynukara (Regionalverband Wien) die Gäste und bewirteten zusammen mit den Regionalverbänden Paris und Linz die Teilnehmer nach dem Vortrag. Beim zweiten Treffen war der Landesverband Belgien Gastgeber. Der Leiter der Pilgergruppe aus Belgien, Emin Demirtaş, hieß die jungen Pilger willkommen und brachte seine Zufriedenheit zum Ausdruck.

Im Anschluss daran stellte der Verantwortliche für Schüler der IGMG-Jugend İsmail Karadöl einige Arbeiten der Jugend vor. Die IGMG-Jugendorganisation habe 34 Regional- und Landesverbände, über die das umfassende Angebot der Jugendarbeit bis in die einzelnen Gemeinden getragen werde. Karadöl ging insbesondere auf die die Fortbildungsseminare (GİES) der Bildungsabteilung und das Yıldız-Projekt der Abteilung für Schüler ein. Das letztere sei ein Projekt des Regionalverbands Ruhr A und wurde bis jetzt auf zehn Regionalverbände ausgeweitet.

Im Verlauf des Gesprächszirkels wurde den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, über ihre Eindrücke zu berichten. So schilderte ein junger Pilger seine Aufregung als er die Kaaba erblickte. Ein Jugendlicher aus Belgien sagte: „Dies ist das erste Mal, dass ich hierher komme. Dafür bin ich Allah dankbar und hoffe, dass alle unsere Geschwister hierher kommen können. Als ich die Kaaba zum ersten Mal sah, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten, jedes Mal, wenn ich sie sehe, fühle ich eine innere Ruhe. Ich habe gebetet: O Allah, bitte vergib meine vergangenen und kommenden Sünden und nimm meine vergangenen und kommenden Bittgebet an.“

Eine indonesische Pilgerin aus Dänemark, die sich ebenfalls zu Wort meldete, bedankte sich bei der IGMG und schilderte ihre ersten Eindrücke: „Ich bin auch das erste Mal hier. Alhamdulillâh, Allah hat mir ermöglicht, zusammen mit meinem Ehemann und meinen Kindern hierher zu kommen. Ich kann meine ersten Eindrücke nicht in Worte fassen, als ich die Kaaba gesehen habe. Im Koran liest man von der Baytullâh, aber als ich sie sah, das ist unbeschreiblich.“ (am)

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