Pressemitteilung

Grußbotschaft des IGMG-Vorsitzenden Kemal Ergün zum islamischen Neujahr 1433

25. November 2011

„Die Hidschra ist einer der bedeutendsten Wendepunkt in der islamischen Geschichte. Aus diesem Grund wurde dieses Ereignis zum Beginn der islamischen Zeitrechnung gemacht.

Hidschra meint das Sich-Entfernen – körperlich, mit dem Herzen und den Worten oder mit allen dreien. In der Geschichte des Islams wird mit diesem Begriff die Auswanderung unseres Propheten von Mekka nach Medina bezeichnet.

Die Auswanderung geschah aufgrund der unmenschlichen Lage, in der sich die Muslime in Mekka befanden. Sie wurden vielfach unterdrückt, litten unter Folter und wirtschaftlicher Benachteiligung. Dies zwang eine Gruppe von Muslimen zuerst nach Abessinien auszuwandern. Als sich aber die Situation in Mekka nicht verbesserte und man es sogar auf das Leben des Propheten abgesehen hatte, musste auch der Prophet auswandern. Damit endete die 13-jährige Periode des Islams in Mekka und es begann die 10-jährige Ära in Medina. Nach und nach wanderten die Muslime nach Medina aus. Auf diese Weise ist unser Prophet nicht nur der lähmenden Unterdrückung entwichen. Die Hidschra ist vielmehr der Weg von der Ungerechtigkeit zur Gerechtigkeit, vom Unrecht zum Recht und von der Schande zur Ehre.

Die Auswanderung mag körperlich vollendet sein. Im übertragenen Sinn wird sie jedoch bis zum Tag der Abrechnung andauern. Denn die Hidschra ist das Sich-Entfernen von Geiz zu Großzügigkeit, von Verschwendung zu Ausgewogenheit, von Prahlerei zu Bescheidenheit, vom Verbotenen zum Erlaubten, vom Unglauben zum Glauben, vom Falschen zum Richtigen und von der Dunkelheit ins Licht.

Wir Muslime müssen die Lehren und Weisheiten hinter der Hidschra gut verstehen. Wir müssen verstehen, was vor und nach der Auswanderung geschah. Wenn wir dies tun, werden wir viele Sorgen des gesellschaftlichen Zusammenlebens besser erkennen und lösen können. Denn auch in diesem Punkt ist unser Prophet ein Vorbild für uns. Er hat uns und der ganzen Menschheit den Weg zum Glück im Diesseits und im Jenseits gezeigt. Dieses Weges, der über den Koran und die Sunna führt, bedürfen wir auch heute noch.

In diesem Sinne beglückwünschen wir alle unsere Geschwister ganz herzlich zum Neujahr 1433. Möge uns ein Jahr bevorstehen, in dem Unterdrückung und Ungerechtigkeit ein Ende nehmen und keine Tränen mehr fließen.“

Vorsitzender der IGMG

Kemal Ergün

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