Pressemitteilung

Grußbotschaft des IGMG-Vorsitzenden zum islamischen Neujahr 1432

06. Dezember 2010

Zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die den Gang der Geschichte prägten, gehört auch der Gesandte Gottes, Muhammad (saw), zu dessen Lebzeiten sich die Auswanderung der Muslime von Mekka nach Medina ereignete.

So wie alle Propheten vor ihm war auch Muhammad (saw) den Anfeindungen seiner Mitmenschen ausgesetzt. Die polytheistischen Mekkaner ließen nichts unversucht, um ihn an der Verkündung seiner Botschaft zu hindern.

Der Gesandte Gottes begann, die Botschaft des Islams zuerst in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis zu verbreiten. Dann trat er auch an die mekkanische Öffentlichkeit. Die despotischen Machthaber in Mekka sahen ihre auf Unterdrückung und Ungerechtigkeit basierende Herrschaft gefährdet. So setzten sie den Propheten und die junge muslimische Gemeinschaft unter Druck und schreckten auch vor gewaltsamen Mitteln nicht zurück. Als alles keine Wirkung zeigte, entschlossen sie sich Muhammad (saw) zu ermorden. Dies wird in folgendem Vers wiedergegeben: „Und damals als die Ungläubigen Pläne gegen dich schmiedeten, um dich festzunehmen oder zu ermorden oder zu vertreiben: Sie schmiedeten Pläne, und Allah schmiedete Pläne; doch Allah ist der Beste im Pläneschmieden.“ (Sure Anfâl, [8:30])

Doch im Jahre 622 n. Chr.  erlaubte Allah den Muslimen die Auswanderung, also die Hidschra, nach Medina. In jener Nacht endete somit die mekkanische Periode des Islams und es begann die medinensiche. Die Hidschra stellte einen Wendepunkt in der Geschichte des Islams dar.

Dabei sollten wir uns jedoch bewusst sein, dass die Hidschra kein bloßer Ortswechsel ist. Sie ist der erste Schritt hin zu einer islamischen Zivilisation, von der Unwissenheit zum Wissen, von der Zerstrittenheit zur Einigkeit. Die Auswanderung ist der Punkt, an dem eine dunkle Periode der Menschheitsgeschichte zurückgelassen wurde und eine neue, bessere Zeit begann. Sie ist ein historisches Ereignis, der eine Zeit folgte, in der Gerechtigkeit, Frieden und die Würde des Menschen groß geschrieben wurden.

Die Hidschra führt uns auch erneut die Entschlossenheit und Hingabe der Prophetengefährten vor Augen. So hat etwa Abû Bakr (ra) sich selbst, seine Familie und sein gesamtes Vermögen in die Dienste des Propheten gestellt. Einem solchen vorbildlichen Verhalten gilt es auch heute noch zu folgen.

Ein andere Lehre für uns ist die geschwisterliche Bande zwischen den Prophetengefährten, welche Muhammad nach der Hidschra in Medina initiierte und stärkte.

Dies sind die Gründe dafür, dass die Muslime jedes Jahr der Hidschra gedenken. Die Gemeinden der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs versuchen sich der Bedeutung und Wirkung der Hidschra bewusst zu werden, indem sie spezielle Veranstaltungen zu diesem Anlass organisieren.

Ich beglückwünsche alle Muslime anlässlich des Beginns des neuen Jahres am 7. Dezember 2010. Möge uns Allah Frieden und Gerechtigkeit geben.“

IGMG-Vorsitzender

Yavuz Çelik Karahan

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