Pressemitteilung

Grußwort des IGMG-Vorsitzenden Kemal Ergün zum Ramadanfest 2011

29. August 2011

In einem Hadith wird der Beginn des Ramadans als Barmherzigkeit, die Mitte als Vergebung und das Ende als Errettung bezeichnet. Dieser Monat ist einzigartig. Im Ramadan wird gefastet und die Zakat- und Fitra-Abgabe gezahlt. Am Ende dieses Monats befindet sich die Kadr-Nacht und die Muslime verbringen die letzten Tage des Ramadans, je nach Möglichkeit, in den Moscheen. So haben wir in dieser gesegneten Zeit gefastet, unsere Zakat- und Fitra-Abgabe gezahlt und dabei die Menschen in Not nicht vergessen. Nun haben wir die Ramadanfesttage erreicht. Zu diesem Anlass gratulieren wir allen unseren Geschwistern. Wir gedenken unserer Verstorbenen, die diese Tage nicht mehr erleben konnten. Mögen diese Festtage uns und der gesamten Menschheit nur Gutes bescheren.

Der Ramadan fiel in diesem Jahr in die Sommer- und Ferienzeit. Trotzdem haben wir eine aufregende und erfüllte Zeit erlebt. Viele unserer Geschwister haben den Ramadan in der Türkei verbracht und gleichzeitig ihre Verwandten besucht. Allah möge sie reichlich dafür belohnen.

An den Festtagen erleben wir eine spirituelle Atmosphäre. Wir erneuern Freundschaften und stärken unsere verwandtschaftlichen Beziehungen. Um das Ramadanfest seinem Sinn entsprechend zu verbringen sollten wir, angefangen von unserer Familie, unseren Verwandten, Freunde und Bekannten in aller Welt zum Ramadanfest gratulieren. Gleichzeitig ist das Fest auch eine Gelegenheit, Unstimmigkeiten zwischen zerstrittenen Menschen beiseite zu legen. In diesem Sinne sollten wir uns einsetzen.

Der Ramadan ist ein Monat der guten Taten. So haben wir uns in dieser Zeit in besonderer Weise unseren Geschwistern in aller Welt zugewendet und ihre Not zu lindern versucht. Wir danken Allah, dass er uns die Möglichkeit und die Mittel dazu gegeben hat. So konnten wir mit der Unterstützung örtlicher Hilfsorganisationen in mehreren Ländern Kampagnen durchführen. Unser Dank gilt den vielen Menschen, die diese Aktionen durch ihre Spenden überhaupt möglich gemacht haben. Denn durch ihren noch so kleinen Beitrag haben sie dazu beigetragen, das Leid vieler Menschen zu lindern.

Wir Muslime wetteifern im Guten und machen hierbei keinen Unterschied zwischen den Menschen. Genauso möchten wir auch von anderen behandelt werden. Leider ist das aber nicht immer der Fall. In vielen Ländern der islamischen Welt herrscht leider immer noch Krieg. Viele Menschen hungern und leben in Not. In Afrika, insbesondere Somalia, in Palästina, Syrien, Irak, Pakistan, Afghanistan und auf dem Balkan hat sich an dieser Situation auch im Ramadan nicht viel verändert. So haben diese Menschen auch das Ramadanfest nur bedingt mit Freuden empfangen können.

Doch auch für die Muslime in Europa ist das Leben nicht immer einfach. Insbesondere die Politik macht sich die zunehmende Islamfeindlichkeit mehr und mehr zu Eigen. Es wird keine Gelegenheit ungenutzt gelassen, um sich auf Kosten der Muslime und des Islams zu profilieren. In demokratisch-freiheitlichen Ländern finden Angriffe auf Moscheen statt, werden von Politikern jedoch heruntergespielt und verharmlost. Das können wir nicht gutheißen. Wir beten, dass sich die Situation unserer Geschwister überall auf der Welt zum Guten wendet.

Mit diesen Worten möchte ich nochmal allen Geschwistern zum Ramadanfest gratulieren. Möge Allah auch unsere Geschwister in Syrien, Libyen, Jemen, Ägypten, Tunesien und Palästina ein frohes Fest erleben lassen.

IGMG-Vorsitzender

Kemal Ergün