Gemeinschaft

Grundsteinlegung der West-Moschee in Amsterdam

10. März 2006

Die feierliche Grundsteinlegung der Wester Moskee in Amsterdam, mit anderem Namen auch Hagia Sophia Moschee genannt, fand in dem Stadtteil Baarsjes statt. Die neue Moschee soll eines der schönsten und größten Moscheen Europas werden. An der Feier zur Grundsteinlegung nahmen neben Muslimen auch nicht-muslimische Niederländer und die niederländische Presse teil. Als Repräsentant der niederländischen Regierung war der Justizminister Piet Hein Donner zugegen. Außerdem nahmen der Bürgermeister des Stadtbezirkes Baarsjes, H. van Waveren, der niederländische Abgeordnete türkischer Herkunft, Coskun Cörüz, der Vorsitzende der IGMG, Yavuz Celik Karahan, der stellvertretende Vorsitzende und Vorsitzende für Gemeindeentwicklung der IGMG, Sami Ganioglu, der Vorsitzende der Föderation Milli Görüs Nord-Holland, Ismail Eryigit und zahlreiche Gäste aus Politik und Presse teil.

In seiner Rede betonte Justizminister Donner die Bedeutung des Glaubens: „Da der Glaube an Gott den Menschen eigen ist, spielt er sowohl im sozialen als auch im gesellschaftlichen Leben eine prägende Rolle. Ein beständiges und ordentliches Leben ohne den Glauben zu führen, ist unmöglich. Daher ist es absurd, die Menschen von ihrem Glauben fernzuhalten. Glaubensfreiheit bedeutet, dass Gläubige die Freiheit besitzen, eigene Gebetsräume errichten zu können. Diese können, ohne einen Unterschied zu machen, sowohl Kirche als auch Moschee oder Tempel sein.“

Das zehntausend Quadratmeter große Grundstück, auf dem die Wester Moskee endlich nach 14 Jahren gebaut werden soll, kostete vier Millionen Gulden. Die Moschee wird ganz im osmanischen Stil gebaut. Der osmanische Baustil ist in Europa eher eine Seltenheit. Die Mitarbeiter der IGMG in Amsterdam kamen hierfür mit dem französischen Architekten Mark Breitman und mit dem größten niederländischen Bauunternehmen Het Oosten überein.

Die große Piri-Reis-Straße, auf der sich die Moschee befinden wird, erhielt zuvor ihren Namen von der Stadtgemeinde unter Zustimmung der Einwohner. Die Wester Moskee wird auf 2450 qm Fläche gebaut und wird der Süleymaniye-Moschee in Istanbul ähneln. Sie wird ein Minarett mit zwei Gängen und einen gesonderten Gebetsraum für Frauen beinhalten. Mit einer Brunnenanlage, einer Bibliothek und einem Konferenzraum wird sie zu einem großen Moscheekomplex. Zusätzlich werden neben der Moschee auf 2532 Quadratmetern Bürogebäude, ein Platz für gemeinschaftliche Veranstaltungen und eine Badeanstalt nach türkischer Art mit einem Fitness-Studio gebaut. Auf demselben Grundstück werden 111 Wohnungen errichtet, die dem Bauunternehmen gehören werden. Außerdem entsteht eine Tiefgarage für insgesamt 238 Autos, die gemeinsam von der Stadtgemeinde, der Moschee und Wohnungseigentümern benutzt werden soll. (ab)