Gemeinschaft

Gute Terroristen, böse Terroristen??

16. Dezember 2007

Mit blutigen Anschlägen gegen Zivilisten und Soldaten hat sich die international als  Terrororganisation eingestufte PKK wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Doch als Terrororganisation eingestuft zu sein, scheint insbesondere die Verantwortlichen in den Medien und der Politik Europas wenig zu beeindrucken. Denn nach wie vor werden gemeine Mörder zu Rebellen, Aufständischen und Widerstandskämpfern stilisiert. Bei Solidaritätsbekundungen für die PKK werden verbotene Symbole und Embleme demonstrativ zur Schau gestellt, ohne dass die Sicherheitsbehörden einschreiten.

Bemüht man mal das Lexikon zu dieser Problematik, stößt man schnell auf den Begriff Doppelmoral der dort unmissverständlich definiert wird. Danach bezeichnet

der Ausdruck Doppelmoral eine gesellschaftlich praktizierte oder auch stillschweigend sanktionierte Moral, die „mit zweierlei Maß“ misst und ihr Werturteil zugunsten ihrer eigenen Bedürfnisse oder Interessen fällt.

Dass es sich im Umgang mit der PKK-Problematik um ein Paradebeispiel westlicher Doppelmoral handelt, unterstreichen die Ereignisse der vergangenen Wochen besonders eindrucksvoll. Da wird Riza Altun seines Zeichens Schatzmeister der PKK, mit einem Sonderflugzeug von Wien nach Erbil im Nordirak ausgeflogen, obwohl die Türkei schon seit Jahrzehnten auf die Auslieferung von PKK-Funktionären drängt. Man stelle sich nur die Empörung in den Hauptstädten der Koalitionsfront gegen den internationalen Terrorismus vor, wenn ein steckbrieflich gesuchter Al-Kaida-Aktivist unbehelligt in ein Land ein und wieder ausreisen dürfte. Nur ein Beispiel von vielen, die dazu beitragen, dass die Türkei dem Westen im Kampf gegen den PKK-Terrorismus Untätigkeit und sogar Heuchelei vorwirft. So stufen die USA als strategischer Bündnispartner der Türkei die PKK zwar als Terrororganisation ein, haben aber kein Problem damit, die Schwesterorganisation der PKK im Iran militärisch und logistisch zu unterstützen. Und als ob diese Heuchelei noch nicht reichen würde, warnt man die Türkei eindringlich davor, sich mit grenzüberschreitenden militärischen Aktionen der terroristischen Bedrohung zu erwehren. Nur zur Erinnerung; vor gut einem Jahr hat Israel den Libanon in Schutt und Asche gelegt mit dem Argument, einen Präventivschlag gegen die terroristische Bedrohung aus dem Süden des Landes zu führen. Obwohl sich der völkerrechtswidrige Angriffskrieg vornehmlich gegen die libanesische Zivilbevölkerung richtete, war es allen voran der amerikanische Präsident George W.Bush, der vom legitimen Selbstverteidigungsrecht Israels sprach. Da möge bitte mal jemand erklären, warum ausgerechnet der Türkei das legitime Recht auf die Verteidigung seiner Bürger gegen eine terroristische Bedrohung, die bisher tausende von Menschen das Leben gekostet hat, abgesprochen wird.

Tatsache ist, dass der PKK mit den rasanten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen auch im Südosten der Türkei immer mehr der Boden entzogen

wird und sie mit spektakulären, aber hilflos wirkenden Aktionen versucht, ihrem Bedeutungsverlust entgegen zu wirken. Die öffentliche Aufmerksamkeit im westlichen Kontext mag der PKK mit jeder neuen grausamen Aktion zwar

gewiss sein, genauso gewiss ist inzwischen aber auch, dass sie und ihre politischen Vertreter immer mehr an Einfluss auf die kurdischstämmige Bevölkerung in der

Türkei verlieren.

Den politisch Verantwortlichen in den „Partnerstaaten“ der Türkei sei ins Heft geschrieben, dass das Anlegen von zweierlei Maßstäben bei terroristischen Organisationen ein Spiel mit dem Feuer ist, bei dem man sich nur die Finger verbrennen kann und aus politischem Kalkül bewusst oder unbewusst das

Leben unschuldiger Menschen gefährdet. Es gibt keine guten und keine bösen Terroristen. Menschen die den Tod unschuldiger für die Durchsetzung ihrer politischen Ziele billigend in Kauf nehmen sind und bleiben Mörder!!!

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