Freitagspredigt

Hayâ – die Zierde junger Muslime

03. März 2022 Mimbar Deckenleuchten
Mimbar Deckenleuchten

Verehrte Muslime!

Im Koran finden sich Berichte über das Leben und Wirken von Propheten und vergangener Völker. Im Koran heißt es: Wir erzählen dir die schönste der Geschichten durch die Offenbarung dieses Korans. Siehe, zuvor hattest du keine Kenntnis davon.“[1] Unser Schöpfer hat uns dieses Wissen also offenbart, damit wir daraus lernen. Genauer gesagt, damit wir Lehren daraus ziehen und sie uns zum Vorbild nehmen.

Liebe Geschwister!

Einer diese koranischen Berichte findet sich in der Sure Yûsuf. Sie erzählt von den verschiedenen Bedrängnissen, denen der Prophet Yûsuf (a) ausgesetzt war, der Geduld, mit der er ihnen begegnete und dem Erfolg, den er schließlich hatte. In der Geschichte von Yûsuf (a) und seinen Brüdern finden sich für uns nützliche Ratschläge und wichtige Botschaften. Allah hat Yûsuf (a) für seine Tugendhaftigkeit und seinen Hayâ, also seine Schamhaftigkeit, gelobt. An diesen Tugenden sollen alle Generationen bis zum Tag des Jüngsten Gerichts festhalten. Diese Tugenden werden im Koran folgendermaßen beschrieben: „Doch die (Frau), in deren Haus er lebte, stellte ihm nach. Sie verriegelte die Türen und sagte: ‚Komm doch her!‘ Er sprach: ‚Allah behüte! Mein Besitzer hat mich doch gut aufgenommen. Und denen, die unrecht tun, geht es nicht gut.‘“[2]

Verehrte Muslime!

Die Geschichte des Propheten Yûsuf (a) im Koran ist ein deutliches Beispiel für die Prüfung, vor der auch heute viele junge Leute stehen. Yûsuf (a) wurde von einer Frau belästigt, die für ihre Schönheit, ihren Status und Reichtum berühmt war. Sie sagte: „… Ich stellte ihm nach, doch er blieb standhaft. Wahrlich, wenn er mir nicht (bald) zu Willen ist, soll er ins Gefängnis geworfen und verächtlich behandelt werden.”[3] Yusûf (a) aber suchte Zuflucht bei seinem Schöpfer und sagte: „Mein Herr! Das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern. Doch wenn du nicht ihre Ränke von mir abwendest, gebe ich ihnen in meiner Jugend vielleicht nach und bin ein Tor.”[4] Anstatt seinem Nafs zu folgen und etwas Verbotenes zu begehen, zog er es vor, seine Tugendhaftigkeit zu bewahren. Er war auch bereit, teuer dafür zu bezahlen. Letztendlich machte ihn Allah zu einem mächtigen Verwalter in Ägypten.

Liebe Geschwister!

Keuschheit und Schamhaftigkeit, und zwar von Männern und Frauen, gehören im Islam zu den höchsten Werten. Unser Prophet ﷺ betete: „O Allah! Ich bitte dich um Rechtleitung, Frömmigkeit, Keuschheit und Reichtum.“[5]

Yûsuf (a) stellt sich verbotenen Wünschen und Begierden seines Nafs entgegen. Damit ist er ein erhabenes Vorbild vor allem für junge Muslime. Eine Jugend, die sich nicht auf unangemessene Beziehungen einlässt und für die Îmân, Ibâdas und Takwâ zentral sind, kann erst dann heranwachsen, wenn der Koran fest in ihren Herzen verwurzelt ist. In diesem Sinne gilt es, vor allem die Jugendarbeit der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş zu unterstützen. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie es sind, die unsere Zukunft gestalten werden. Allah möge sie zu Vorbildern an Tugendhaftigkeit machen, die sich Yûsuf (a) zum Vorbild nehmen. Âmîn.

[1] Sure Yûsuf, 12:3

[2] Sure Yûsuf, 12:23

[3] Sure Yûsuf, 12:32

[4] Sure Yûsuf, 12:33

[5] Muslim, Zikr, 72

Hutba-Hayâ – die Zierde junger Muslime

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