Freitagspredigt

Hutba- Achtung der religiösen Werte

10. Februar 2006

Verehrte Muslime!

Die Gedanken, Überzeugungen und die religiösen Werte eines jeden Menschen verdienen Respekt und Achtung. Niemand hat das Recht diese Werte und Gefühle eines anderen zu verachten und sie zu entwürdigen. Deshalb verurteilen wir die jüngsten Veröffentlichungen, die verachtende Karikaturen über unseren Propheten (saw) beinhalten, die in Dänemark angefangen und sich in ganz Europa verbreitet haben. Wir kritisieren auch diejenigen, die diese Publikationen und die danach folgenden Krisen veranlasst haben.

Wir rufen alle aufrichtigen Menschen zur gleichen Haltung gegenüber diesen bedenklosen Beleidigungen und der Störung des öffentlichen Friedens auf. Die Propheten stehen über allen anderen Menschen, da sie sich stets für die Rechtleitung und Gerechtigkeit der Menschheit bemüht haben und nur das Gute, Schöne und die Wahrheit verkündeten. Deshalb würde und darf ein rechtschaffener Mensch niemals einer der Propheten beleidigen und keine verspottenden Worte über sie verlieren.

Beleidigungen, die unter dem Deckmantel der Pressefreiheit gemacht werden, können weder dem Ansehen der Propheten schaden, noch ihre Würde nehmen. Aber sie können die Gefühle derjenigen verletzen, die diesen Propheten folgen und ehren. Keine Freiheit gewährt die Verletzung der Menschenrechte.

Verehrte Muslime!

Die Karikaturen über den Propheten (saw) beinhalten Diffamierungen, Verleumdungen und Verunglimpfungen. Natürlich haben wir als Muslime kein Verständnis dafür, dass der Prophet (saw) „der als Barmherzigkeit für die Welten gesandt wurde und führ war von edler Natur und gutem Charakter ist„ derart herabwürdigend dargestellt wird. Die gleichen Beleidigungen gegenüber den anderen Propheten würde uns auch bestürzen.

Wir als Muslime, folgen dem Weg, der uns im Koran empfohlen wird und verachten keine religiösen Werte. Im Koran heiß es dazu: Und schmäht nicht diejenigen, die sie neben Allah anrufen, damit sie nicht ihrerseits aus Feindschaft und Unwissenheit Allah schmähen“¦“ (Al-An`am 108)

Während uns schon die Abbildung des Propheten (saw) unangenehm ist, wie sollen wir dann die beleidigenden Karikaturen hinnehmen? Aus diesem Grund möchte ich nochmals betonen, dass wir diese Publikationen auf schärfste kritisieren und verurteilen. Wir hoffen, dass sich diese respektlosen Haltungen sich nicht wiederholen werden.

Liebe Geschwister!

Wir gehören zu der Gemeinschaft der Gemäßigen und müssen die Mittel der Harmonie sein. Deshalb müssen wir das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse gut differenzieren. Die Umfragen, die in den europäischen Ländern geführt wurden, haben ergeben, dass auch die Mehrzahl der Nichtmuslime diese Verunglimpfungen nicht akzeptieren. Auch viele Schriftsteller und Wissenschaftler haben ihre Kritik schriftlich oder mündlich offen bekundet. Somit kann man nicht von den Muslimen erwarten, dass sie gegen diese Verstöße ihrer Religionsfreiheit stillschweigend bleiben. Aber wir müssen bei unserer Kritik und Reaktion achtsam sein und besonnen handeln. Wir können einen Fehler nicht mit einem anderen Fehler überdecken. Unsere Kritik muss im Rahmen bleiben und darf nicht zu Gewalttaten führen.

In diesem Sinne möchte ich meine Hutba mit einem Hadis unseres geliebten Propheten (saw) beenden:

“ Liebt und verabscheut mäßig. Denn es kann sein, dass später euer Freund euer Feind wird, und euer Feind euer Freund.“

IGMG Irschad-Abteilung

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